Grafik: AED (Quelle: rbb)

- Elektroschocks für den richtigen Herzschlag

Ob Herzrasen oder Kammerflimmern: Wer darunter leidet, braucht im Notfall sofort Hilfe. Ein implantierter Defibrillator kann den plötzlichen Herztod verhindern.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Meist sind es schnelle Kammerarrhythmien wie das Kammerflimmern, die das Herz zum Stillstand bringen. Ohne sofortige Hilfe durch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung oder einen Defibrillator haben die Betroffenen kaum eine Überlebenschance.

Mit einem Defibrillator versetzt der Notarzt dem aus dem Takt geratenen Herzen einen gezielten Stromstoß, woraufhin der Herzmuskel in der Regel seine Arbeit wieder aufnimmt und in seinen normalen Rhythmus zurückfindet.

Implantierbare Defibrillatoren
Bei Patienten, die solch einen Herzstillstand überlebt haben, besteht das Risiko, dass das Herz erneut streikt. Helfen können so genannte implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD), die dauerhaft die Herzfrequenz überwachen und bei lebensbedrohlichen Veränderungen einen elektrischen Stromstoß abgeben. Ähnlich wie ein Herzschrittmacher besteht ein ICD aus einem Mikrocomputer und einer Batterie.

Etwas kleiner als eine Zigarettenschachtel wird der ca. 80-110 Gramm schwere ICD unterhalb des linken Schlüsselbeins implantiert.
Das Gerät erkennt lebensbedrohliche Herzfrequenzen und reagiert darauf mit elektrischen Impulsen. Moderne Geräte können auch langsame Herzrhythmusstörungen erkennen und therapieren. Dies wird durch eine zusätzliche Herzschrittmacherfunktion ermöglicht.

Implantation
Die Implantation eines ICD-Systems wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Nach einem Hautschnitt unter dem Schlüsselbein werden die Sonden über eine Vene zum Herzen geführt und dort verankert. Das Gerätegehäuse wird in eine Gewebetasche unter den Brustmuskel gesetzt. Bei der Operation wird Kammerflimmern auch bewusst ausgelöst, um die Funktion des Systems für den Ernstfall zu überprüfen.

Nach der Implantation sind in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen erforderlich. Dabei werden der Ladezustand der Batterie und die Funktion der Sonden überprüft. Im Speicher werden aufgetretene Rhythmusstörungen festgehalten und können analysiert werden. Bei Bedarf wird die Programmierung angepasst oder eine Umstellung von Medikamenten empfohlen.

Leben mit Defibrillator
Wenn der ICD einen Schock abgibt, bekommt der Träger das in der Regel mit. Leider kann es auch zu Fehlerkennung durch den ICD und damit zur inadäquaten Schockabgabe kommen. Inadäquate Schocks werden als besonders unangenehm empfunden, weil der ICD-Träger sich bei vollem Bewusstsein befindet.

Bei den ersten Schocks und im Zweifel sollten sich Patienten immer in die ICD-Ambulanz oder in eine Rettungsstelle begeben. Im Falle von inadäquaten Schocks muss das zugrunde liegende Problem umgehend behoben werden. Bei adäquaten Schocks muss auf behebbare Ursachen hin untersucht werden (z.B. Durchblutungsstörung am Herzen).

Text von Nadine Bader