Kunstherz in einer Hand, Quelle: dpa

rbb Praxis Service - Was macht ein Kunstherz?

Es wiegt nur rund 300 Gramm, aber ist ein Zentrum des menschlichen Lebens: das Herz – ein ganz besonderer Hohl-Muskel, der dafür sorgt, dass das Blut zirkuliert und die Zellen versorgt sind. Tut es das nicht mehr, gibt es Herzunterstützungssysteme, sogenannte Kunstherzen – Pumpen, die das kranke Herz unterstützen.

Ein Kunstherz liegt auf einer Männerhand (Quelle: dpa)

Wenn das Herz schwach wird, hat das gravierende Folgen: das Blut kann sich stauen, es kommt oft zu Sauerstoffmangel und Atemnot, Organe können in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Weltweit leiden über elf Millionen Menschen an Herzschwäche, in Deutschland zwischen dre und vier Millionen.

Viele hoffen auf ein neues Herz, auf eine Transplantation, doch die durchschnittliche Wartezeit auf ein Spenderherz beträgt in Deutschland je nach Blutgruppe und Dringlichkeit zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Umso wichtiger sind Herzunterstützungssysteme, sogenannten Kunstherzen – Pumpen, die das kranke Herz unterstützen. Die Technik ist inzwischen weit fortgeschritten. Anfangs mussten Patienten laute Nebengeräusche der Pumpe und unhandliche Apparaturen in Kauf nehmen, heute sind die Kunstherz-Systeme leise und die technische Apparatur passt in eine Umhängetasche.

Der Herzspezialist Roland Hetzer im Deutschen Herzzentrum in Berlin (Bild: DPA)

Prof. Hetzer und sein Team im Deutschen Herzzentrum Berlin arbeiten seit Jahrzehnten an der Verbesserung der Kunstherz-Technik. Sie entwickelten ein Kunstherz-System für Kinder, das in alle Welt exportiert wird und sie setzen jedes Jahr über 100 Kunstherz-Unterstützungssystem ein.

Dem Erfindergeist von Professor Hetzer ist es auch zu verdanken, dass nun im Herzzentrum ein System verfügbar ist, bei dem zwei Rotationspumpen gleichzeitig eingesetzt werden und sowohl die rechte als auch die linke Herzkammer unterstützt wird. Diese Technik bietet Patienten mit gravierender Herzschwäche eine Lösung, die über viele Jahre anwendbar ist.

Moderne Rotationspumpen halten fünf bis zehn Jahre und können bei einem technischen Defekt auch noch einmal ausgetauscht werden. 24 Mal hat Prof. Hetzer das Zwei-Pumpen-System bereits eingesetzt, ein Patient lebt bereits seit fast drei Jahren damit.  

Text von Angelika Wörtmüller