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Wer die Diagnose Asthma bekommt, sollte einige Dinge beachten, um die Beschwerden nach Möglichkeit zu lindern. Wir haben ein paar Tipps zusammen gestellt und auch eine Übersicht zu Medikamenten erstellt, die für Asthmatiker in Frage kommen.
• Textilien aussortieren, gegen die Überempfindlichkeiten bestehen. Sind beispielsweise Haustaubmilben die Übeltäter, müssen Stoffspielzeuge entfernt, Teppiche entfernen und Polstermöbel mit Milben tötenden Akariziden behandelt werden. Matratzen, Kissen und Decken sollten mit einem Milben undurchlässigen Stoff bezogen werden, synthetische durch Federbetten ersetzt werden.
• mit dem Rauchen aufhören: Aktives Rauchen verstärkt nicht nur die Symptome. Auch der Qualm, dem Passivraucher ausgesetzt sind, reizt das ohnehin überempfindliche Bronchialsystem der Betroffenen.
• sich informieren: Gerade für Eltern von asthmakranken Kindern ist es wichtig, über die Krankheit Bescheid zu wissen und die Langzeitfolgen zu kennen.
• Sport treiben. Betroffene Kinder sollten nicht durch ein Verbot des Sports von ihren Spielkameraden isoliert werden. Vor allem Schwimmen, Radfahren und Rollschuhlaufen sind für Asthmatiker gut geeignet. Allerdings ist vorher eine Absprache mit dem Arzt wichtig, um zu klären, ob sie vor der Anstrengung zur Sicherheit Spray benutzen sollten, das die Bronchien weitet.
Die meisten Asthmapatienten kommen ohne eine medikamentöse Therapie nicht aus. Bei allen anderen dienen die Medikamente dem Zweck, akute Anfälle und chronische Beschwerden zu vermeiden und die Lungenfunktion so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Es werden zwei unterschiedliche Medikamentengruppen eingesetzt, die sich gut kombinieren lassen: Einerseits entzündungshemmende und die Bronchien weitende Substanzen zur regelmäßigen Anwendung. Andererseits die so genannte Bedarfsmedikation, die im akuten Anfall wirkt.
Das wichtigste entzündungshemmende Medikament ist heute das sogenannte inhalierbare Kortison: Als Sprühnebel gelangt es bis in die kleinsten Atemwege. Das Spray muss regelmäßig eingeatmet werden und führt nur zu maximal einem Tausendstel der Nebenwirkungen von Kortisontabletten. Bei schwerem Asthma helfen allerdings oft nur die Tabletten. Es gibt zudem Hinweise, dass Massage, Yoga und Atemübungen für manche Menschen mit Asthma hilfreich sein können.
Bei Kindern, die meist unter einem allergischen Asthma leiden, sollten Allergietests durchgeführt werden, um zu sehen, auf welche Stoffe sie überempfindlich reagieren. Doch auch bei den kleinen Patienten ist es wichtig, die Entzündung in Schach zu halten. Bei leichtem Asthma stehen dafür die Substanzen Cromoglicinsäure (DNCG) und Nedocromil zur Verfügung. Sie enthalten kein Kortison. Ist die Erkrankung jedoch stärker ausgeprägt, sollte auch Kindern inhalatives Kortison verabreicht werden – in niedrigerer Dosierung als Erwachsenen.
Kommt es zu einem Anfall, helfen so genannte Beta-Sympathomimetika. Als Spray, Pulver oder Lösung inhaliert, lassen sie die Muskulatur der Bronchien erschlaffen und weiten die Atemwege innerhalb von drei bis fünf Minuten.
Mit der Zeit sprechen die Betroffenen allerdings immer schlechter auf die Mittel an, es kann sogar vorkommen, dass die Entzündung der Atemwege schließlich durch sie zu- und nicht abnimmt. Deshalb eignen sich diese Akutmedikamente nicht für die dauerhafte Einnahme. Zudem erhöhen die Beta-Mimetika das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Text: Beate Wagner



