
rbb PRAXIS Interview -
Schlupflider können eine Einschränkung im täglichen Leben bedeuten. Auch wenn sich 90 Prozent der Patientinnen aus kosmetischen Gründen für eine Operation entscheiden, so gibt es doch Fälle, in denen medizinische Gründe vorliegen - und dann zahlt meist auch die Kasse. rbb PRAXIS online sprach mit Dr. Viola Moser, Chefärztin des Zentrums für Ästhetische und Plastische Chirurgie der Schlossparkklinik Berlin.
Sehr geehrte Frau Dr. Moser, Sie operieren täglich Patientinnen mit Schlupflidern. Wie entsteht ein altersbedingtes Schlupflid genau?
Wie alle Organe altert auch die Haut – bei diesem Prozess verliert sie Feuchtigkeit. Außerdem produziert sie weniger kollagene Fasern und die Muskulatur erschlafft. Das Ergebnis: Am Auge kommt es zu einem teils beachtlichen Hautüberschuss, der bis zum Wimpernkranz herunterhängen kann. So entsteht das Schlupflid. Im fortgeschrittenen Alter kann die Stirnhaut ebenfalls erschlaffen, dann rutscht die Augenbrauenregion kontinuierlich abwärts, in ausgeprägten Fällen beeinträchtigt das sogar das Gesichtsfeld.
Wie beheben Sie diese Schlupflider operativ?
Soll die Lidstraffung effektiv und lang anhaltend sein, konzentrieren wir uns auf drei Bereiche: Wir entfernen überschüssige Haut, das sich vorwölbende Fettgewebe an der Innenseite des Oberlides und die erschlafften Muskelanteilen direkt unter der Oberlidhaut. Dabei ist es extrem wichtig, das zu entfernende Haut- und Muskelstück vor dem Eingriff in aufrechter Position exakt auszumessen und zu markieren. Die Naht wird dann so fein verschlossen, dass die Narbe mit bloßem Auge in der Mehrzahl der Fälle nicht zu erkennen ist.
Wann ist eine OP aus medizinischer Sicht ratsam?
Wir raten zu der operativen Lidstraffung, sobald sich eine Patientin im täglichen Leben eingeschränkt fühlt. Erste Schwierigkeiten können zum Beispiel beim Auftragen des Lidschattens oder Tuschen der Wimpern auftreten, nicht selten entwickeln sich die Schlupflider aber auch über Jahre so extrem, dass die Patientinnen über Druck- und Schweregefühle oberhalb der Augen klagen und die Schlupflider das Gesichtsfeld deutlich einschränken. Nicht selten stoßen und verletzten sie sich dann am Kopf, weil sie Gegenstände seitlich oder von oben nicht oder zu spät sehen.
Wie alle Organe altert auch die Haut – bei diesem Prozess verliert sie Feuchtigkeit. Außerdem produziert sie weniger kollagene Fasern und die Muskulatur erschlafft. Das Ergebnis: Am Auge kommt es zu einem teils beachtlichen Hautüberschuss, der bis zum Wimpernkranz herunterhängen kann. So entsteht das Schlupflid. Im fortgeschrittenen Alter kann die Stirnhaut ebenfalls erschlaffen, dann rutscht die Augenbrauenregion kontinuierlich abwärts, in ausgeprägten Fällen beeinträchtigt das sogar das Gesichtsfeld.
Wie beheben Sie diese Schlupflider operativ?
Soll die Lidstraffung effektiv und lang anhaltend sein, konzentrieren wir uns auf drei Bereiche: Wir entfernen überschüssige Haut, das sich vorwölbende Fettgewebe an der Innenseite des Oberlides und die erschlafften Muskelanteilen direkt unter der Oberlidhaut. Dabei ist es extrem wichtig, das zu entfernende Haut- und Muskelstück vor dem Eingriff in aufrechter Position exakt auszumessen und zu markieren. Die Naht wird dann so fein verschlossen, dass die Narbe mit bloßem Auge in der Mehrzahl der Fälle nicht zu erkennen ist.
Wann ist eine OP aus medizinischer Sicht ratsam?
Wir raten zu der operativen Lidstraffung, sobald sich eine Patientin im täglichen Leben eingeschränkt fühlt. Erste Schwierigkeiten können zum Beispiel beim Auftragen des Lidschattens oder Tuschen der Wimpern auftreten, nicht selten entwickeln sich die Schlupflider aber auch über Jahre so extrem, dass die Patientinnen über Druck- und Schweregefühle oberhalb der Augen klagen und die Schlupflider das Gesichtsfeld deutlich einschränken. Nicht selten stoßen und verletzten sie sich dann am Kopf, weil sie Gegenstände seitlich oder von oben nicht oder zu spät sehen.
Wer sollte auf solche eine Lidstraffung verzichten?
Es gibt keine Einschränkung für diesen Eingriff, wir führen ihn sowohl in Narkose als auch in örtlicher Betäubung durch und er ist von anderen Erkrankungen unabhängig. Wer sich zu einer solchen Operation entschließt, sollte jedoch zwei Wochen vorher keine blutverdünnenden Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Vitamin E-haltige Präparate einnehmen.
Wie prüfen Sie, ob und wie stark das hängende Lid den Blick verengt?
Die Messung des Gesichtfeldes, die sogenannte Perimetrie, ist eine Routineuntersuchung des Augenarztes. Er misst, manuell oder per Computer, wie groß das Gesichtsfeld ist und ob es an einigen Stellen der Netzhaut sogenannte Lichtunterschiedsempfindlichkeiten gibt. Die Perimetrie wird auch zur Diagnose von Netzhauterkrankungen und neurologischen Störungen eingesetzt. Das Ergebnis der modernen Gesichtsfeldbestimmung wird dann als schematisches Diagramm dargestellt.
Wie viele der Frauen, die sich die Schlupflider bei Ihnen korrigieren lassen, tun das kosmetischen Gründen?
Etwa 90 Prozent aller Fälle sind kosmetisch bedingt. Die meisten Patientinnen kommen bereits in jüngeren Jahren, im Durchschnitt sind sie zwischen 25 und 40. In diesem Alter lehnt die Krankenkasse die Kostenübernahme jedoch erfahrungsgemäß ab. Begründung: Es liege kein medizinischer Grund vor. Für die Patientinnen bedeutet das, die etwa 1700 Euro selbst tragen zu müssen.
Es gibt keine Einschränkung für diesen Eingriff, wir führen ihn sowohl in Narkose als auch in örtlicher Betäubung durch und er ist von anderen Erkrankungen unabhängig. Wer sich zu einer solchen Operation entschließt, sollte jedoch zwei Wochen vorher keine blutverdünnenden Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure oder Vitamin E-haltige Präparate einnehmen.
Wie prüfen Sie, ob und wie stark das hängende Lid den Blick verengt?
Die Messung des Gesichtfeldes, die sogenannte Perimetrie, ist eine Routineuntersuchung des Augenarztes. Er misst, manuell oder per Computer, wie groß das Gesichtsfeld ist und ob es an einigen Stellen der Netzhaut sogenannte Lichtunterschiedsempfindlichkeiten gibt. Die Perimetrie wird auch zur Diagnose von Netzhauterkrankungen und neurologischen Störungen eingesetzt. Das Ergebnis der modernen Gesichtsfeldbestimmung wird dann als schematisches Diagramm dargestellt.
Wie viele der Frauen, die sich die Schlupflider bei Ihnen korrigieren lassen, tun das kosmetischen Gründen?
Etwa 90 Prozent aller Fälle sind kosmetisch bedingt. Die meisten Patientinnen kommen bereits in jüngeren Jahren, im Durchschnitt sind sie zwischen 25 und 40. In diesem Alter lehnt die Krankenkasse die Kostenübernahme jedoch erfahrungsgemäß ab. Begründung: Es liege kein medizinischer Grund vor. Für die Patientinnen bedeutet das, die etwa 1700 Euro selbst tragen zu müssen.
Wann übernehmen die Kassen die Kosten?
Bei einer medizinischen Indikation wie beispielsweise der Situation, dass das Sehen nachweislich durch das Schlupflid eingeschränkt ist. Die meisten Krankenkassen fordern zur Fallüberprüfung aber erfahrungsgemäß einige Nachweise wie die Perimetrie und eine fachärztliche Stellungnahme, dass der Befund eine medizinisch indizierte Operation notwendig macht. Dazu kommen Fotos von vorne und seitlich, anhand derer sich überprüfen lässt, ob der Hautüberschuss auch tatsächlich die obere Hälfte der Pupille bedeckt. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, ist eine Kostenzusage der Kasse sehr wahrscheinlich.
Manchmal müssen Patientinnen sogar zweimal unters Messer. Was sind die Gründe, wenn eine erste Operation misslingt?
Der Hauptgrund für das Misslingen von Operationen ist leider häufig die mangelnde Erfahrung des Operateurs. Dies gilt vor allem für den Unterlidbereich, der deshalb nur ausgewiesenen Spezialisten in der Lidchirurgie vorbehalten sein sollte.
Was kann der Operateur falsch machen?
Nicht selten kommt es bei unerfahrenen Kollegen dazu, dass sie tiefere Gewebsschichten verletzten oder zu viel der erschlafften Haut entfernen. Dann spricht man von einer sogenannten Überkorrektur. Sie hat zur Folge, dass die Lieder nur noch unvollständig geschlossen werden können und ein sogenanntes Triefauge entsteht. Dabei ist die Bindehaut chronisch entzündet, die Lidränder gerötet und das Auge tränt permanent.
Bei Schlupflidern ist eine zweite Operation allerdings weniger dramatisch. Meist ist sie durch einen verbliebenen Hautüberschuss bedingt, der problemlos im Nachhinein nochmals entfernt werden kann. Doch auch hier ist unbedingt darauf zu achten, dass das zu entfernende Areal vorher in aufrechter Position der Patientin markiert wird, damit nicht zu viel Haut entfernt und so womöglich wieder einen unvollständigen Lidschluss verursacht wird.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Beate Wagner.
Bei einer medizinischen Indikation wie beispielsweise der Situation, dass das Sehen nachweislich durch das Schlupflid eingeschränkt ist. Die meisten Krankenkassen fordern zur Fallüberprüfung aber erfahrungsgemäß einige Nachweise wie die Perimetrie und eine fachärztliche Stellungnahme, dass der Befund eine medizinisch indizierte Operation notwendig macht. Dazu kommen Fotos von vorne und seitlich, anhand derer sich überprüfen lässt, ob der Hautüberschuss auch tatsächlich die obere Hälfte der Pupille bedeckt. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, ist eine Kostenzusage der Kasse sehr wahrscheinlich.
Manchmal müssen Patientinnen sogar zweimal unters Messer. Was sind die Gründe, wenn eine erste Operation misslingt?
Der Hauptgrund für das Misslingen von Operationen ist leider häufig die mangelnde Erfahrung des Operateurs. Dies gilt vor allem für den Unterlidbereich, der deshalb nur ausgewiesenen Spezialisten in der Lidchirurgie vorbehalten sein sollte.
Was kann der Operateur falsch machen?
Nicht selten kommt es bei unerfahrenen Kollegen dazu, dass sie tiefere Gewebsschichten verletzten oder zu viel der erschlafften Haut entfernen. Dann spricht man von einer sogenannten Überkorrektur. Sie hat zur Folge, dass die Lieder nur noch unvollständig geschlossen werden können und ein sogenanntes Triefauge entsteht. Dabei ist die Bindehaut chronisch entzündet, die Lidränder gerötet und das Auge tränt permanent.
Bei Schlupflidern ist eine zweite Operation allerdings weniger dramatisch. Meist ist sie durch einen verbliebenen Hautüberschuss bedingt, der problemlos im Nachhinein nochmals entfernt werden kann. Doch auch hier ist unbedingt darauf zu achten, dass das zu entfernende Areal vorher in aufrechter Position der Patientin markiert wird, damit nicht zu viel Haut entfernt und so womöglich wieder einen unvollständigen Lidschluss verursacht wird.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Beate Wagner.

