Entfernung eines Tattoos mittels Laser, Quelle: dpa

- Tattoos: Stichelei mit Folgen

Tattoos, oft Ergebnis einer Laune, können weitreichende Folgen haben. rbb PRAXIS hat mit der Hautärztin Dr. Tanja Fischer, Fachfrau für Laserbehandlungen, über die Möglichkeiten und Grenzen beim Entfernen von Tätowierungen gesprochen.

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rbb PRAXIS: Sieht man das Tattoo nach dem erfolgreichen Lasern überhaupt nicht mehr?

Dr. Fischer: Nach dem Lasern kann ein Negativ-Tattoo entstehen. Der Anker ist also nicht mehr blau, sondern plötzlich weiß. Bei einigen Laserarten pigmentiert die Haut nach einer Weile nach, bei anderen bleibt sie jedoch blass. Kommen Sie aber bitte nicht auf die Idee, sich hautfarbene Pigmente stechen zu lassen. Sie schlagen beim Korrigieren oder Entfernen durch den Laser oft in schwarz um, und das sieht überhaupt nicht mehr schön aus.

rbb PRAXIS: Gibt es Farben, die man nicht so gut lasern kann?

Dr. Fischer: Helle Farben wie hellblau, orange, grau, weiß, gelb und rosa sind schlecht zu entfernen. Genau wie besonders glänzende Farben zerspringen die enthaltenen organischen Farbpartikel nicht so leicht, sondern dehnen sich durch die Wärme nur aus, um dann nach dem Lasern wieder zusammenzuschnurren. Bunte Tattoos verschwinden deshalb meist nicht komplett. Gut lassen sich dagegen Kohle- und Tinten-Tattoos entfernen.

rbb PRAXIS: Wie viele Sitzungen braucht man, um ein Tattoo zu entfernen?


Dr. Fischer: Das ist abhängig von der Größe der Tätowierung, der Farbintensität und davon, in welcher Hautschicht die Pigmente eingelagert sind. Oberflächliche, weniger dicht gestochene Laien-Tattoos lassen sich meist besser weglasern als Tätowierungen vom Profi, da die Kraft des Lasers nicht bis in die Tiefe reicht. Solche Tattoos müssen dann gestanzt oder geschnitten werden. Beides hinterlässt Narben. Für einfache Tinten- oder Ruß-Tattoos reichen mitunter schon zwei, drei Sitzungen. Für ein Brilliantschwarzes Studiotattoo braucht man bis zu 20.

rbb PRAXIS: Wie fühlt sich die Haut vor und nach dem Lasern an?

Dr. Fischer: Die Behandlung selbst ist relativ schmerzhaft. Man kann aber vorher eine Betäubungscreme auftragen. Die Luftkühlung sorgt für zusätzliche Linderung. Danach ist die Haut rot und geschwollen. Es können sich Blasen und Krusten bilden, die aber normalerweise sehr schön abheilen. Etwas Kortisonsalbe verhindert, dass sich die Wunde infiziert. Zwischen den Laser-Sitzungen sollten mindestens sechs Wochen Pause liegen. Je weniger die Haut pigmentiert ist, desto besser ist das Laserergebnis. Am besten bräunt man sich deshalb mindestens vier Wochen vorher und auch danach nicht. Sport ist normalerweise kein Problem, allerdings sollten dadurch die Blasen und Krusten nicht aufplatzen, weil sich ansonsten die Heilung verzögert.

rbb PRAXIS: Was kostet eine Sitzung?

Dr. Fischer: Je nach Größe des Tattoos muss man mit etwa 50 bis 200 Euro für eine Laser-Sitzung rechnen. Hier lohnt es sich, Preisvergleiche anzustellen. Vielleicht können Sie einen Paketpreis vereinbaren.

rbb PRAXIS: Worauf sollte man beim Entfernen noch achten?

Dr. Fischer: Die Behandlung gilt in den meisten Bundesländern nicht als medizinischer Eingriff, sondern als ästhetisch-kosmetischer. Rechtlich gesehen kann jeder die Behandlung anbieten. Deshalb offerieren neben Ärzten auch Kosmetikstudios oder Tätowierer das Entfernen – ohne dafür wirklich ausgebildet zu sein. Eine Liste mit Hautärzten, die sich auf Lasermedizin spezialisiert haben, findet man auf den Seiten der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft. Ein guter Hautarzt sollte Sie über die Chancen und Risiken der Entfernung beraten und vor allem abschätzen können, wie gut sich das Tattoo entfernen lässt und wie viele Sitzungen benötigt werden.

rbb PRAXIS: Wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Gespräch führte Constanze Löffler.