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Chemikalien, Erkältungsmittel und Abflussreiniger - aus solchen Substanzen wird Crystal Meth oftmals zusammengemischt. In der Partyszene ist die Droge beliebt. Denn sie macht schnell high, euphorisch und hat eine lange Wirkdauer. Doch der Absturz ist grausam: paranoide Zustände nach der Einnahme und eine schnelle Abhängigkeit sind häufig die Folge. Die Droge ist auch in Südbrandenburg auf dem Vormarsch.
Viele Partygänger träumen davon: super gut drauf sein, sich wie ein Held fühlen, hemmungsfrei und unbeschwert tanzen und das 30 Stunden lang. Crystal Meth scheint das möglich zu machen. Crystal ist der Szenename für Methamphetamin, das schon 1934 entwickelt und unter dem Handelsnamen Pervitin auf den Markt gebracht wurde. Im Zweiten Weltkrieg diente Methamphetamin unter dem Spitznamen "Panzerschokolade", "Stuka-Tabletten" und "Fliegersalz" bei den Soldaten zur Dämpfung des Angstgefühls sowie zur Steigerung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit.
Wirkungsweise von Crystal Meth
Crystal ist ein starkes Psychostimulans auf Amphetamin-Basis – also eine Substanz, die die Aktivität der Nerven erhöht. Im Vergleich zu gewöhnlichem Amphetamin (Speed) wirkt Crystal länger und etwa fünfmal so stark. Meist ist die Substanz in kristalliner Form oder als Pulver erhältlich, manchmal auch als Kapseln. Crystal kann geschnupft, geraucht, gespritzt und geschluckt werden. Die Droge bewirkt eine erhöhte Ausschüttung der Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Gehirn. Dadurch kommt es zu einer körperlichen Leistungssteigerung verbunden mit einer Erhöhung des Pulses, der Herzfrequenz und des Blutdrucks. Hunger, Durst, Schmerzempfinden und Müdigkeit werden unterdrückt. Daher werden oftmals die eigenen Kräfte und die Leistungsfähigkeit überschätzt. Die lange Wirkdauer von sechs bis 48 Stunden kann zum psychischen und körperlichen Zusammenbruch führen.

Medizinische Folgen der Einnahme
Crystal ist eine stark auszehrende Substanz mit sehr hohem Abhängigkeitspotenzial. Grundsätzlich sind die Risiken und Langzeitfolgen des Konsums wie bei allen Drogen abhängig von der Dosis und der Dauer der Einnahme. Die Konsumenten leiden häufig unter ständiger Unruhe, Schlaf- und Kreislaufstörungen. Aggressives Verhalten, Depressionen und Persönlichkeitsveränderungen (Gefühlskälte) sind typisch. Bei hohen Dosen und längerem Gebrauch zeigen sich körperliche Risiken wie:
• starker Gewichtsverlust
• Hautentzündungen
• Zahnausfall
• Magenschmerzen (im Extremfall Magendurchbruch)
• Herzrhythmusstörungen
• Leber- und Nierenschäden
• Hirninfarkt
Ein weiteres Risiko besteht in der Auslösung einer so genannten drogeninduzierten Psychose. Dabei kommt es zu psychotischen Symptomen wie Halluzinationen mit Angstzuständen und Panikattacken. Oftmals verschwinden diese Symptome nach Absetzen der Substanz wieder. Doch es liegen auch Berichte vor, denen zufolge eine länger anhaltende Psychose vermutlich infolge des Konsums ausgelöst wurde.
• starker Gewichtsverlust
• Hautentzündungen
• Zahnausfall
• Magenschmerzen (im Extremfall Magendurchbruch)
• Herzrhythmusstörungen
• Leber- und Nierenschäden
• Hirninfarkt
Ein weiteres Risiko besteht in der Auslösung einer so genannten drogeninduzierten Psychose. Dabei kommt es zu psychotischen Symptomen wie Halluzinationen mit Angstzuständen und Panikattacken. Oftmals verschwinden diese Symptome nach Absetzen der Substanz wieder. Doch es liegen auch Berichte vor, denen zufolge eine länger anhaltende Psychose vermutlich infolge des Konsums ausgelöst wurde.
Laut aktuellem Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmans vom Mai 2013 gibt es Anzeichen, dass der Konsum synthetischer Drogen wie Crystal Meth zunimmt. Die Verbreitung bleibe jedoch weiterhin überwiegend auf die deutsch-tschechische Grenzregion begrenzt. Aber auch im Süden Brandenburgs wird Crystal zum Problem. Schwerpunkte sind Städte wie Finsterwalde, Elsterwerda, Senftenberg oder Cottbus. Die Polizei hat hier laut Andrea Hardeling von der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen (BLS) e.V. vermehrt Drogenfunde gemeldet.
"In der Suchtberatung Cottbus des TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V. sind in den letzten zwei Jahren vermehrt Anfragen von Betroffenen eingegangen, zumeist in Form von Mischkonsum", sagt Holger Geerds. Der Sozialarbeiter in der Suchtberatung Cottbus warnt besonders vor den Folgen von Mischkonsum. Der Konsum von Speed oder Crystal mit Alkohol ist äußerst tückisch, da unter dem Einfluss dieser Substanzen die Warnsignale des Körpers ausgeschaltet werden. Die Wahrnehmung der Alkoholwirkung wird stark vermindert, so dass die Gefahr eine Alkoholvergiftung zu erleiden, steigt. "Grundsätzlich muss man aber hervorheben, dass - zumindest im Rahmen unserer Beratungen - die Alkoholsucht immer noch das Hauptproblem in Brandenburg darstellt. Etwa 70 Prozent der Betroffenen, die zu uns kommen, haben ein Alkoholproblem. Bei illegalen Drogen sind es etwa 30 Prozent – häufig in Form von Mischkonsum.", sagt Holger Geerds.
"In der Suchtberatung Cottbus des TANNENHOF Berlin-Brandenburg e.V. sind in den letzten zwei Jahren vermehrt Anfragen von Betroffenen eingegangen, zumeist in Form von Mischkonsum", sagt Holger Geerds. Der Sozialarbeiter in der Suchtberatung Cottbus warnt besonders vor den Folgen von Mischkonsum. Der Konsum von Speed oder Crystal mit Alkohol ist äußerst tückisch, da unter dem Einfluss dieser Substanzen die Warnsignale des Körpers ausgeschaltet werden. Die Wahrnehmung der Alkoholwirkung wird stark vermindert, so dass die Gefahr eine Alkoholvergiftung zu erleiden, steigt. "Grundsätzlich muss man aber hervorheben, dass - zumindest im Rahmen unserer Beratungen - die Alkoholsucht immer noch das Hauptproblem in Brandenburg darstellt. Etwa 70 Prozent der Betroffenen, die zu uns kommen, haben ein Alkoholproblem. Bei illegalen Drogen sind es etwa 30 Prozent – häufig in Form von Mischkonsum.", sagt Holger Geerds.
Was tun?
Betroffene, Angehörige oder Freunde sollten Kontakt zu einer Sucht- oder Drogenberatungsstelle aufnehmen. Sucht- und Drogenberatungsstellen beraten vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht und dem Zeugnisverweigerungsrecht. Die Beratungen sind kostenlos. Eltern sollten nicht in Panik geraten, jedoch eine klare Haltung zum Thema Drogenkonsum einnehmen und diese konsequent vertreten.
Text: Nadine Bader
Text: Nadine Bader


