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Die meisten Menschen, die in ihrem Leben schon einmal gefastet haben, tun es wieder. Weil sie spüren, dass die Zeit ohne feste Nahrung nicht nur den Körper reinigt, sondern auch der Seele gut tut. Und nicht nur das: Fasten hat sogar heilsame Effekte.
So wird’s gemacht
Die Ärzte-Gesellschaft Heilfasten und Ernährung schätzt, dass jedes Jahr mindestens 10.000 Patienten eine Fastentherapie durchführen. Das Fasten läuft überall nach dem gleichen Prinzip ab, egal ob in der Klinik, zu Hause oder im Fastenhotel: Am Tag vor dem Beginn des Nahrungsverzichtes wird nur noch leicht gegessen: gedünstetes Gemüse und Reis eignen sich am Abbau-Tag. Am Morgen des ersten Fastentages wird der Darm mit einer Glaubersalzlösung durchgespült. In den folgenden Tagen nimmt der Fastende nur Wasser, Säfte, Tee mit Honig und dünne Gemüsesuppe zu sich. Hungergefühl und das damit verbundene Unbehagen verschwinden nach ein, zwei Tagen, wenn sich der Organismus auf eine „Ernährung von innen“ umstellt. Wer nach Buchinger fastet, nimmt etwa 350 Gramm bis 450 Gramm pro Tag ab und verbessert dadurch seine Blutfett-, Leber- und Zuckerwerte.
Besser als Psychopharmaka
Dass Fasten die Stimmung steigert und die Emotionen harmonisiert, ist ein bekannter Effekt. Wissen-schaftlich begründet hat ihn der Neurobiologe Gerald Hüther: Offenbar schüttet das Gehirn während dieser Zeit mehr vom Glückshormon Serotonin aus. Außerdem wird weniger Serotonin in die Nervenzellen aufgenommen. Ein doppelter Effekt, der denen von antidepressiv wirkenden Medikamenten gleicht und eine Art innerer Harmonisierung bewirkt. Fastende, erklärte Hüther in einem früheren Interview, fühlen sich so verbundener mit sich und der Welt, sind gelassener und offener für neue Wahrnehmungen. Stärker zu sein als der Hunger hebe zudem das Selbstwertgefühl.
"Fastenmethoden"
- Das Buchinger Heilfasten ist stationäres Fasten, das sich für Prävention und Therapie ebenso wie für Gesunde anbietet. Täglich gibt’s 1/4 l Gemüsebrühe, 1/4 l Obst- oder Gemüsesaft und einen Esslöffel Honig sowie reichlich Tees und Wasser. Die Methode kann auch zu Hause durchgeführt werden. Die Gabe von Buttermilch (nach Dr. H. Fahrner) ermöglicht längere Fastenzeiten.
- Dr. F. X. Mayr, ein österreichischer Arzt, entwickelte eine Darmsanierungskur, die aus Tee-Wasser-Fasten, einer Milch-Semmel-Diät und einer milden Ableitungsdiät besteht. Charakteristisch ist das besondere Augenmerkt auf Magen-Darm-Störungen, die nach Mayr eine manuelle Bauchbehandlung bekommen.
- Die Schrothkur ist eine vom Fuhrmann Johann Schroth entwickelte Methode, bei der vegetarische kohlenhydratbetonte Kost gegessen wird. Trocken-Tage wechseln mit kleinen und großen Trinktagen.
- Bei einer Molke-Kur wird Molke getrunken. Zu den weiteren Variationen des Fastens zählt das Schleimfasten (z. B. aus Hafer oder Buchweizen).
"Darauf muss ich beim Fasten achten"
- Abbau-Tag mit leichter Kost
- mind. 2,5 l/Tag kalorienfreie Flüssigkeitszufuhr (Mineralwasser, Tee)
- max. 500 kcal/Tag flüssige Nahrung wie Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte und Honig
- keine Genussmittel (Nikotin, Alkohol, Kaffee)
- Bewegung an der frischen Luft
- Abführen
- Anregung der Lebertätigkeit durch tägliche Leberwickel
- Anregung der Hautdurchblutung sowie des Schwitzens
- Ausscheidungen über die Mundhöhle durch tägliche Zahn- und Zungenreinigung entfernen
- Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe
- sorgfältiger Kostaufbau
- Fastenzeit als Anlass für einen gesünderen Lebensstil nehmen
"Diese Menschen sollten nicht fasten"
- Untergewicht
- Essstörungen
- dekompensierte Schilddrüsenüberfunktion
- fortgeschrittene Demenz
- fortgeschrittene Leber- oder Niereninsuffizienz
- Schwangerschaft und Stillzeit





