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Im Internet treffen sich Fans und schwärmen über alle Ländergrenzen hinweg von dem grünen Mix, hergestellt aus frischem Obst und grünem Blattgemüse, dem sie erstaunliche gesundheitliche Wirkungen zuschreiben. Doch was ist wirklich dran an dem grünen "Zaubertrunk"?
Smoothies sind Getränke aus ganzen Früchten oder Gemüse. Sie werden seit längerem von Rohkostfans angepriesen. Neu ist der Smoothie, der alle möglichen Blätter enthält: vom Löwenzahn bis hin zum Mohrrübengrün. Geeignet sind alle Früchte und Gemüse, die sich im Mixer zerkleinern lassen und die frisch sind – vom Apfel und Avocado über Gurke bis zur Mohrrübe und Zitrusfrüchten. Selbst das Blattgrün beispielsweise von roter Beete oder Sellerie ist reichhaltig an Mineralstoffen und damit im grünen Smoothie erlaubt. Gewürze und Wildkräuter runden die Kombination geschmacklich ab.

Die Mischung macht's
Ernährungsexperten zweifeln an diesem Versprechen. Sie warnen sogar davor, z.B. rohen Kohl oder viel Spinat in den grünen Smoothies zu verarbeiten, denn Verdauungsprobleme oder zu hohe Oxalat-Aufnahme können die Folge sein. Wer einen grünen Smoothie trinkt, nimmt auf jeden Fall aber viel essentielle Aminosäuren, Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und Antioxidantien auf. Alle Ingredienzien zusammen stärken die Abwehr und das Herzkreislaufsystem.
Dennoch sollte man sich, anders als auf der einen oder anderen Internetseite empfohlen, nicht überwiegend von grünem Smoothie ernähren. Die bereits zerkleinerten Inhaltstoffe werden schnell verdaut, das Sättigungsgefühl tritt aber erst viel später ein. Ein grüner Smoothie kann also auch dazu führen, dass man ungewollt zu viele Kalorien aufnimmt. Erst recht besteht diese Gefahr bei dem Smoothie aus Frucht, hier ist der Zuckeranteil noch höher.
Text: Beate Wagner


