Mann hält sich Krapfen vor die Augen, Quelle: imago

- Zucker und Hautprobleme

Zucker- und fetthaltige Nahrung wird immer wieder mit der Entstehung von Akne in Verbindung gebracht. Wissenschaftlich erwiesen ist der Zusammenhang nicht. Es gibt aber Hinweise, dass ein Zuviel an Süßem nicht gut für reine Haut ist. Und auch die Hautalterung kann durch zu viel Zucker beschleunigt werden. rbb Praxis informiert.

Schon vor über hundert Jahren haben Ärzte einen Zusammenhang zwischen Akne und Ernährung vermutet. Bis heute existiert jedoch wenig evidenzbasierte Forschung zu diesem Zusammenhang, so Ernährungswissenschaftler um Jennifer Burris von der Universität in New York in einer im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics erschienenen Studie. Nach einer umfassenden Analyse der bestehenden Forschung kommen die Wissenschaftler zum Schluss, dass die Ernährung zwar keine Akne auslöst, ihren Verlauf aber durchaus beeinflusst.

Zucker und Akne

Süßes und Nahrungsmittel mit hohem glykämischen Index, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen, scheinen besonders ungünstig auf die Talgproduktion zu wirken. Teilnehmer verschiedener Studien wurden über einige Wochen hinweg mit Essen ernährt, das eine hohe oder niedrige glykämische Last aufwies, also entweder besonders viel oder wenig leicht blutgängige Kohlenhydrate aufwies. Mit niedriger glykämischer Last schwächte sich die Akne tatsächlich ab, auch verbesserte sich die Insulinsensitivität. Zudem waren Konzentrationen von Hormonen und Wachstumsfaktoren, die eine Talgproduktion begünstigen, niedriger als bei hoher glykämischer Last.

Zwar nahmen die Teilnehmer mit der niedrigen glykämischen Last auch deutlich ab, was das Ergebnis verzerrt haben könnte. Trotzdem sehen die Ernährungswissenschaftler in diesen Studien die bislang überzeugendsten Hinweise auf den Nutzen einer niedrig-glykämischen Diät bei Akne. Denn mit einer niedrigen glykämischen Last verringerten sich unabhängig von Gewichtsveränderungen sowohl entzündliche als auch nicht-entzündliche Hautläsionen, und die Größe der Talgdrüsen ging zurück.

Zucker und Hautalterung

Auch zwischen Hautalterung und Zucker besteht ein direkter Zusammenhang, wie das ernährungsmedizinische Team um Dr. Kurt Mosetter im September 2013 erschienenen Buch "Zucker – Der heimliche Killer" berichtet.

Zwar lasse sich nicht ändern, dass unsere Haut in zunehmendem Alter an Elastizität verliere und sich Falten bildeten. Ungünstige Ernährungsgewohnheiten beschleunigten jedoch die Alterungsprozesse der Haut: "Erhöhte Zuckerkonzentrationen im Blut führen zu Verklebung der kollagenen Fasern im Bindegewebe. Der Zucker reagiert mit Proteinen und anderen Molekülen (Glykation). Dabei entstehen AGEs (Advanced Glycation Endproducts), die sperrige Netze in den Gewebefasern bilden. Durch sie verliert die Haut auf Dauer an Elastizität, es entstehen Falten und Risse im Bindegewebe." Dem Expertenteam zufolge ist die so genannte Glykation sogar die Hauptursache für die Bildung von Falten.

Zudem werde durch starken Zuckerkonsum die Funktion der Zellen sowie das hauteigene Reparatursystem gestört. Neben der Zellalterung setze ein hoher Zucker- beziehungsweise Insulinspiegel Entzündungskaskaden in den Zellen in Gang. Denn Abbauprodukte von Kollagen (Faserbestandteil der Haut) wirken sich unter hohen Insulinspiegeln schädigend auf die Haut und die Haare aus. Ältere Haut könne sich so in einem Zustand chronischer Entzündung befinden, was sich neben einer beschleunigten Hautalterung auch durch Juckreiz und Ekzeme bemerkbar mache.


Text: Nadine Bader

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