
rbb PRAXIS -
"Schluckimpfung ist süß - Kinderlähmung ist grausam". Mit diesem Slogan wurde vor 50 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland für die Impfung gegen Poliomyelitis geworben. Hierzulande sind seit 1990 keine Erkrankungen mehr durch Wildpolioviren gemeldet worden. Doch weltweit ist das Virus noch nicht vollständig besiegt.
Auf einem Stückchen Zucker wurde der Impfstoff aus abgeschwächten, lebenden Viren im Jahr 1962 in der Bundesrepublik Deutschland verabreicht. Dem voran ging ein Gesetzesbeschluss in Bayern ein Jahr zuvor über eine öffentliche Schutzimpfung gegen Kinderlähmung, die freiwillig und zugleich kostenlos war. Der Erfolg war riesig: Binnen vier Jahren sank die Zahl der Neuerkrankungen um 97 Prozent.
Krank durch Impfung
Doch Impfgegner wurden bald darauf in ihrer Skepsis bestärkt: durch die sogenannte Impf-Poliomyelitis. Denn für immungeschwächte Personen ist der Schluckimpfstoff nicht geeignet. Da mit einem Lebendimpfstoff geimpft wird, kann er in seltenen Fällen eine Erkrankung durch den Impferreger auslösen. Aus diesem Grund wird die Schluckimpfung gegen Polio seit 1999 in Europa nicht mehr durchgeführt.
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut hat seither wieder einen Impfstoff empfohlen, der die Impf-Poliomyelitis vollständig ausschließt, denn: Hierbei handelt es sich um einen Totimpfstoff, bei dem die verabreichten Viren nicht vermehrungsfähig sind. Das bedeutete zugleich das Ende der Schluckimpfung, denn der neue Impfstoff wird gespritzt.
Krank durch Impfung
Doch Impfgegner wurden bald darauf in ihrer Skepsis bestärkt: durch die sogenannte Impf-Poliomyelitis. Denn für immungeschwächte Personen ist der Schluckimpfstoff nicht geeignet. Da mit einem Lebendimpfstoff geimpft wird, kann er in seltenen Fällen eine Erkrankung durch den Impferreger auslösen. Aus diesem Grund wird die Schluckimpfung gegen Polio seit 1999 in Europa nicht mehr durchgeführt.
Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut hat seither wieder einen Impfstoff empfohlen, der die Impf-Poliomyelitis vollständig ausschließt, denn: Hierbei handelt es sich um einen Totimpfstoff, bei dem die verabreichten Viren nicht vermehrungsfähig sind. Das bedeutete zugleich das Ende der Schluckimpfung, denn der neue Impfstoff wird gespritzt.

Schluckimpfung unentbehrlich
Doch in einigen Ländern ist die Schluckimpfung weiterhin unverzichtbar. Denn der Schluckimpfstoff ist kostengünstiger als der Spritzimpfstoff. In den polio-endemischen Ländern (Pakistan, Afghanistan, Indien und Nigeria) lösen sogenannte Wildviren immer wieder Kinderlähmung aus. Erst wenn ein Land mehr als drei Jahre keine Erkrankungen durch Wildviren mehr aufweist, gilt es laut WHO als "polio-frei".
Das Folgenschwere ist zudem, dass wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen ist, ihr kaum etwas entgegengesetzt werden kann. Deshalb heißt es in einigen Ländern: besser Schluckimpfung als gar keine Impfung.
Doch in einigen Ländern ist die Schluckimpfung weiterhin unverzichtbar. Denn der Schluckimpfstoff ist kostengünstiger als der Spritzimpfstoff. In den polio-endemischen Ländern (Pakistan, Afghanistan, Indien und Nigeria) lösen sogenannte Wildviren immer wieder Kinderlähmung aus. Erst wenn ein Land mehr als drei Jahre keine Erkrankungen durch Wildviren mehr aufweist, gilt es laut WHO als "polio-frei".
Das Folgenschwere ist zudem, dass wenn die Krankheit erst einmal ausgebrochen ist, ihr kaum etwas entgegengesetzt werden kann. Deshalb heißt es in einigen Ländern: besser Schluckimpfung als gar keine Impfung.


