Suspension für die Injektion und zwei Spritzen, Grippeimpfung (Bild dpa)

rbb PRAXIS Service - Durch Impfung der Grippewelle entkommen?

Das Robert-Koch-Institut rät Personen mit einem besonderen Risiko (Grunderkrankung, Schwangerschaft, Alter über 60), sich impfen zu lassen. Der volle Schutz wird nach zwei Wochen erreicht, also noch vor Ende der Grippesaison.

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Was ist die Influenza?

Die Influenza oder echte Grippe ist etwas ganz anderes als eine Erkältung. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung, die durch plötzlich auftretendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Schweißausbrüche, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Halsschmerzen und trockenen Reizhusten gekennzeichnet ist.

Besonders ältere Menschen und chronisch Kranke sind gefährdet. Jedes Jahr sterben während der saisonalen Grippewellen zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Deutschland durch die Influenza. Bei besonders heftigen Influenzaausbrüchen, wie im Winter 95/96, kann die Zahl der Grippetoten aber auch auf 30.000 steigen.

Diese Werte liegen viel höher, als die Zahlen, die während der Schweinegrippe veröffentlicht wurden. Das liegt daran, dass während einer Epidemie nur die direkt an der Infektion Gestorbenen gezählt werden. Grippeviren tragen aber auch dazu bei, andere Erkrankungen zu verschlimmern. So kommt es zum Beispiel während einer Grippewelle verstärkt zu Herzinfarkten.

Diesen Effekt versucht man mit der so genannten Übersterblichkeit zu erfassen. Dabei werden die durchschnittlichen Todesfälle in einem Monat ohne Grippewelle mit den Todesfällen während einer Grippewelle verglichen. So können die indirekten Folgen der Influenza erfasst werden.

Diese Zahlen liegen für die Schweinegrippe noch nicht vor. Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass die Übersterblichkeit in der Grippesaison 2009/2010 sehr niedrig war. Trotzdem kam es hochgerechnet zu rund 2,5 bis 3,4 Millionen zusätzlichen Arztbesuchen.