Suspension für die Injektion und zwei Spritzen, Grippeimpfung (Bild dpa)

rbb PRAXIS Service - Durch Impfung der Grippewelle entkommen?

Das Robert-Koch-Institut rät Personen mit einem besonderen Risiko (Grunderkrankung, Schwangerschaft, Alter über 60), sich impfen zu lassen. Der volle Schutz wird nach zwei Wochen erreicht, also noch vor Ende der Grippesaison.

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Was kann die Impfung bewirken?

Die Impfung schützt vor der Infektion mit den drei Grippeviren, auf die der Impfstoff zugeschnitten ist. Sie bietet also einen weitgehenden aber keinen absoluten Schutz vor der Influenza.

Trotzdem ist belegt, dass sie nicht nur direkte Todesfälle durch die Grippe verhindern kann, sondern auch die indirekten Folgen. So belegt eine aktuelle Studie aus Großbritannien, dass geimpfte Personen ein geringeres Herzinfarkt-Risiko haben.

Wer sich impfen lässt, schützt darüber hinaus nicht nur sich selbst. Er oder sie kann die Viren auch nicht an andere weitergeben. Dieser Gruppenschutz ist besonders wichtig für Risikogruppen, die selbst noch nicht geimpft werden können, etwa für Neugeborene.

Gegen welche Viren wird geimpft?

Jedes Jahr sind etwas andere Grippeviren aktiv. Der Impfstoff wird deshalb immer an die aktuelle Situation angepasst. Die Impfstoffproduktion benötigt etwa ein halbes Jahr, beginnt also schon im Frühsommer. Man kann daher nicht einfach abwarten, welche Viren im Winter tatsächlich auftreten werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO versucht im Frühjahr vorherzusagen, welche Typen das Geschehen dominieren werden. Meist stimmt die Prognose, in manchen Jahren entwickeln sich die Grippeviren aber einfach zu schnell weiter.

In der Impfung sind Bestandteile von jeweils drei Virentypen enthalten, in diesem Jahr sind das das Schweinegrippevirus H1N1, H3N2 und ein Influenza B-Virus. Die Hersteller nehmen die Virenstämme der WHO und passen sie in ihre seit langem etablierten und zugelassenen Impfstoffe ein. In Deutschland sind zurzeit 18 Grippeimpfstoffe auf dem Markt. Sie müssen jeweils nur einmal injiziert werden. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind eine Rötung an der Einstichstelle und Fieber, das aber schnell wieder verschwindet. Innerhalb von zwei Wochen ist dann der Impfschutz aufgebaut.

Der Impfstoff wird in diesem Jahr wieder über die Apotheken an die Ärzte verteilt. Mit Engpässen ist nicht zu rechnen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat bereits die Freigabe für 20,5 Millionen Impfdosen erteilt.

Wer in der letzten Saison die Impfung gegen die Schweinegrippe erhalten hat, ist in diesem Jahr vorrausichtlich gegen eine Infektion mit H1N1 geschützt. Trotzdem macht die erneute Impfung Sinn. Erstens wird sie den Immunschutz gegen H1N1 weiter verstärken, zum Zweiten werden diesen Winter noch andere Grippeviren Erkrankungen auslösen. Nach den bisherigen Erfahrungen ist bei einer solchen Nachimpfung nicht mit verstärkten Nebenwirkungen zu rechnen.

Enthalten die Impfstoffe Wirkverstärker?

Anders als bei der Schweinegrippe besteht bei der saisonalen Grippe (und inzwischen auch bei H1N1) eine Art Grundschutz des Immunsystems. Dieser muss mit der Impfung nur noch auf die jeweils aktuellen Virentypen ausgerichtet werden. Ein Wirkverstärker ist daher nicht nötig.

Eine Ausnahme bilden die Impfstoffe für die über 60-jährigen. Im Alter nimmt die Abwehrkraft des Immunsystems ab, deshalb kommen hier schon lange bewährte Wirkverstärker zum Einsatz.
Infotext: Volkart Wildermuth