Kinder im Sommer mit Sonnenbrille, Getränk, Quelle: Helios Klinikum Zehlendorf

Tipps vom Experten - Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Notfällen mit Kindern

Tipps vom Experten, wie sich Eltern bei Anzeichen eines Insektenstiches verhalten sollen, welche Situationen bei drohendem Sonnenstich besonders gefährlich sind, und wie man einem Hitzschlag bei Kindern vorbeugen kann.

Die meisten Insektenstiche verlaufen harmlos - mit einer rasch vorübergehenden Schwellung, leichtem Juckreiz und Schmerz. Die Stichwunde sollte desinfiziert und gekühlt werden, eventuell kann eine juckreizstillende Substanz als Gel aufgetragen werden, erklärt Privat Dozent Dr. Michael Barker Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf. Sollte nach einem Bienenstich der Stachel in der Haut bleiben, sollte dieser vorsichtig entfernt werden, ohne den anhängenden Giftsack zu berühren.

Manche Kinder und Jugendliche entwickeln jedoch stärkere Reaktionen an der Einstichstelle mit ausgeprägter Schwellung und Rötung. In diesem Fall sollte rasch ein Arzt oder eine Kinder-Rettungsstelle aufgesucht werden. Treten nach einem Insektenstich großflächige Hautrötungen, Nesselsucht, Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwindel, Blässe, Frösteln oder Hitzegefühl bzw. Atembeschwerden auf, spricht dies nach Angaben von Dr. Barker für eine Insektengift-Allergie. In diesem Fall sollte sofort der Rettungsdienst verständigt und eine weitere Versorgung und Allergie-Abklärung eingeleitet werden, da die akute Reaktion oder auch weitere Stiche gefährlich werden können.

Ebenso ist besondere Vorsicht bei Zeckenbissen geboten – die Tiere sollten möglichst rasch und fachkundig entfernt, die betroffene Stelle desinfiziert und nachbeobachtet werden. Bei einer Rötung ist der Kinderarzt aufzusuchen.

Ein Sonnenstich wird durch direkte Sonneneinstrahlung verursacht. Es kommt zu einer Reizung der äußeren Gehirnhaut, die eine Schwellung und Drucksteigerung im Schädel verursachen kann. „Eltern sollten besonders bei Säuglingen darauf achten, dass diese vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind", erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Barker. „Vor allem lange Autofahrten, Schlafen in der Sonne oder das Spielen und Baden ohne Kopfbedeckung können für Kinder besonders gefährlich sein“, betont der Chefarzt.

Übelkeit, Kopfschmerzen und kühle Haut am Körper sind erste Anzeichen für einen drohenden Sonnenstich. "Hier hilft eine rasche Kühlung mit kalten Umschlägen. Auch sollte das Kind sofort an einen kühlen, schattigen Platz gebracht werden. Sofern sich nicht innerhalb weniger Minuten der Zustand verbessert, sollte auch hier der Rettungsdienst gerufen werden".
 
Vom Hitzschlag reden Mediziner dagegen, wenn die allgemeine Körpertemperatur durch äußere Einflüsse in bedrohlichem Maße steigt. Säuglinge und Kleinkinder sind hier besonders gefährdet. Da der Hitzschlag auch Atemstörungen und Herz-Kreislauf-Versagen verursachen könne, sei sofort der Rettungsdienst zu informieren.

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