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Der Sohn von Familie H. hat seit seinem zweiten Lebensjahr wöchentlich Migräneanfälle. Das Lösen von Blockaden brachte nur kurze Zeit Besserung.
Liebes rbb PRAXIS-Team,
mein Sohn ist jetzt zehn Jahre alt. Seit seinem zweiten Lebensjahr hat er mindestens einmal die Woche einen Migräneanfall mit Erbrechen und allem, was dazugehört. Wir waren schon bei etlichen Ärzten, aber keiner kann ihm so richtig helfen. Wir gehen vierteljährlich zum Blockade lösen. Das hat auch nur kurzzeitig Besserung gebracht. Wenn die Sonne scheint, verträgt er das auch nicht. Ich hoffe, Sie können meinem Sohn vielleicht helfen.
Danke im Voraus, Familie H.
Antwort der rbb PRAXIS
Sehr geehrte Familie H.,
Kinderkopfschmerz-Experten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) raten auch bei Kindern zu einer konsequenten Anfallsbehandlung mit entsprechenden Schmerztabletten. Falls das nicht ausreicht, wird eine zusätzliche prophylaktische Schmerz-Therapie empfohlen. Dazu gibt es Tabletten oder spezielle Nasensprays.
Jedoch sollte auch diese Behandlung konsequent erfolgen, d.h. täglich. Bei Kindern und Jugendlichen ist als Schmerztherapie auch das so genannte Biofeedback erfolgreich. Die Kosten dafür werden jedoch von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Maßnahmen, wie das Lösen von Blockaden, werden als eher wenig sinnvoll eingeschätzt. Adressen von DMKG Kinderkopfschmerz-Experten finden Sie auf der Internetseite der DMKG.
Freundliche Grüße
Susanne Faß
Fachärztin für Innere Medizin
rbb PRAXIS-Team

