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Brennende oder stechende Schmerzen im Gesäß oder Kreuz, die bis ins Bein ausstrahlen – Symptome, die ganz schön unangenehm sein können. Dann ist wahrscheinlich der größte menschliche Nerv betroffen und eine Reizung des Ischiasnervs für die Schmerzen verantwortlich. rbb Praxis informiert.
Plötzliche Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, die sich bis ins Bein hinunter ziehen, werden häufig als Ischiassyndrom (Ischialgie) diagnostiziert. Der Volksmund spricht von einem eingeklemmten Ischiasnerv. Nicht ohne Grund, denn zu den Schmerzen kommt es meist, wenn der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) oder seine Wurzel gereizt oder komprimiert wird. Kennzeichnend sind einseitige Schmerzen im Bein, die oftmals schlimmer als die Beschwerden im Rücken sind. Sie strahlen von der Lendengegend über das Gesäß bis zur Fußsohle und verursachen Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Zehen. Zudem zeigen manche betroffene Patienten Reflexauffälligkeiten mit motorischen oder sensiblen Ausfällen.
Krankheitsauslöser
Die Liste der potenziellen Auslöser für das Ischiassyndrom ist lang. Sie reicht von einer mechanischen Bedrängung im Lendenwirbelbereich, Tumoren im Rückenmark oder Becken, Bandscheibenvorfall, Erkrankungen der Wirbelsäule wie Spondylose, Infektionskrankheiten wie Borreliose, Traumen, Frakturen und Hüftgelenksluxationen. Laut der DGOOC (Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V.) sind degenerative Veränderungen der beiden unteren lumbalen Bandscheiben die häufigste Ursache einer Ischialgie.
Krankheitsauslösend kann auch eine falsche Hebetechnik sein. So belastet ein Gewicht, welches mittels Rumpfbeuge vom Boden aufgehoben wird, die fünfte Lendenbandscheibe mit dem acht- bis zwölffachen des Gewichtes (ein Kasten Bier beispielsweise mit 80 - 120 kg). Mit gebeugten Knien und geradem Rücken gehoben ist die Belastung für den Bereich des fünften Lendenwirbels gerade ein- bis zweimal so groß wie das gehobene Gewicht. Häufiges langes Sitzen in ungeeigneten Sitzmöbeln kann ebenfalls zu einem vorzeitigen Bandscheibenverschleiß führen.
Behandlungsmöglichkeiten
Wenn der Schmerz länger als ein paar Stunden anhält oder mit einem Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen einhergeht, sollte man dringend zum Arzt gehen. Der Nerv könnte ansonsten bleibende Schäden davontragen. Die Therapie geht je nach klinischer Symptomatik von konservativen nicht-operativen Maßnahmen bis hin zur Bandscheibenoperation. Der konservative Therapieansatz besteht aus: Stufenbettlagerung (Liegen in Rückenlage, Beine in der Hüfte und im Knie abgewinkelt), Schmerzmitteln, Massagen einschließlich Unterwassermassagen, Segment- und Bindegewebsmassagen sowie Lockerungs- und Übungstherapie. Die krankengymnastische Therapie soll zu einer Stabilisierung der Lendenwirbelsäule sowie einer Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur führen. Operative Eingriffe haben zum Ziel, die Nervenstrukturen von bandscheibenbedingtem Druck zu befreien. Oftmals ist es aber ausreichend, die Symptome mit entzündungshemmenden Präparaten und Schmerzmitteln erträglich zu machen und die Beweglichkeit durch eine Physiotherapie wiederherzustellen.
Text: Nadine Bader


