
rbb PRAXIS Interview -
Prof. Dr. Henning Schliephake ist Direktor der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Georg-August Universität in Göttingen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). rbb PRAXIS sprach mit ihm über eine Studie, die vor wenigen Wochen von Forschern der Yale University in dem Fachmagazin Cancer veröffentlicht wurde und den erhöhten Krebsverdacht durch zu häufiges Röntgen nahelegt.
rbb PRAXIS: Herr Prof. Schliephake, wie bewerten Sie die Studie?
Die Studie hat ein großes Problem: ihre Methodik. Denn die befragten Patienten werden nach ihren Erinnerungen befragt - jeder von uns weiß, dass das sehr subjektiv ist und die Erinnerungen von den Tatsachen deutlich abweichen können. Die Studie ist eine Fall-Kontrollstudie, sie hat wissenschaftlich keine hohe Wertigkeit.
rbb PRAXIS: Inwieweit werden die Ergebnisse der Studie das Verhalten der Kollegen in Bezug auf Röntgenuntersuchungen Patienten beeinflussen?
Die Ergebnisse sind wissenschaftlich nicht wirklich verwertbar. Denn die Studie hat NICHT nachgewiesen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Röntgen und der Entstehung von Meningeomen gibt.
Jeder Zahnarzt weiß ohnehin, dass Röntgenuntersuchungen so sparsam wie möglich eingesetzt werden sollen, das war aber auch vor der Studie so. Sie kann uns maximal an diesen Vorsatz erinnern, mehr nicht. Röntgenaufnahmen sollen auf ein absolut notwendiges Maß beschränkt werden.
rbb PRAXIS: Die Patienten der Studie hatten zwischen 2006 und 2011 ihre Diagnose erhalten. Ist die Röntgenbelastung von damals für heute noch relevant?
Nein, durch die moderne Technik können wir die Belastung immer mehr reduzieren. Bei neuen 3-D Röntgengeräten ist die Strahlenbelastung beispielsweise erheblich geringer und damit auch das Risiko. Da die Strahlendosis in den letzten Jahrzehnten zunehmend verringert wurde, können die Ergebnisse nicht eins zu eins auf die derzeitigen Röntgen-Untersuchungen übertragen werden.
rbb PRAXIS: Wie oft sollte man sich jährlich höchstens röntgen lassen?
So selten wie möglich und so oft wie nötig. Es gibt keine klare Grenze, ab wann es gesundheitsschädigend wird.
Wie können Patienten dafür sorgen, dass das Risiko bei Ihnen auf ein Minimum gesenkt werden kann?
Sie sollten mit ihrem Arzt sprechen, ob es Untersuchungs-Methoden mit niedrigerer Strahlenexposition gibt. Auch ist ein Röntgenpass sinnvoll, in den alle Aufnahmen eingetragen werden.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Beate Wagner.
Die Studie hat ein großes Problem: ihre Methodik. Denn die befragten Patienten werden nach ihren Erinnerungen befragt - jeder von uns weiß, dass das sehr subjektiv ist und die Erinnerungen von den Tatsachen deutlich abweichen können. Die Studie ist eine Fall-Kontrollstudie, sie hat wissenschaftlich keine hohe Wertigkeit.
rbb PRAXIS: Inwieweit werden die Ergebnisse der Studie das Verhalten der Kollegen in Bezug auf Röntgenuntersuchungen Patienten beeinflussen?
Die Ergebnisse sind wissenschaftlich nicht wirklich verwertbar. Denn die Studie hat NICHT nachgewiesen, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Röntgen und der Entstehung von Meningeomen gibt.
Jeder Zahnarzt weiß ohnehin, dass Röntgenuntersuchungen so sparsam wie möglich eingesetzt werden sollen, das war aber auch vor der Studie so. Sie kann uns maximal an diesen Vorsatz erinnern, mehr nicht. Röntgenaufnahmen sollen auf ein absolut notwendiges Maß beschränkt werden.
rbb PRAXIS: Die Patienten der Studie hatten zwischen 2006 und 2011 ihre Diagnose erhalten. Ist die Röntgenbelastung von damals für heute noch relevant?
Nein, durch die moderne Technik können wir die Belastung immer mehr reduzieren. Bei neuen 3-D Röntgengeräten ist die Strahlenbelastung beispielsweise erheblich geringer und damit auch das Risiko. Da die Strahlendosis in den letzten Jahrzehnten zunehmend verringert wurde, können die Ergebnisse nicht eins zu eins auf die derzeitigen Röntgen-Untersuchungen übertragen werden.
rbb PRAXIS: Wie oft sollte man sich jährlich höchstens röntgen lassen?
So selten wie möglich und so oft wie nötig. Es gibt keine klare Grenze, ab wann es gesundheitsschädigend wird.
Wie können Patienten dafür sorgen, dass das Risiko bei Ihnen auf ein Minimum gesenkt werden kann?
Sie sollten mit ihrem Arzt sprechen, ob es Untersuchungs-Methoden mit niedrigerer Strahlenexposition gibt. Auch ist ein Röntgenpass sinnvoll, in den alle Aufnahmen eingetragen werden.
Vielen Dank für das Gespräch.
Das Gespräch führte Beate Wagner.

