Rücken eines Mannes (Quelle: rbb)

rbb PRAXIS Service - Was tun, wenn der Rücken nicht will?

Der Rücken ist unsere Schwachstelle: Mindestens acht von zehn Deutschen klagen wenigstens einmal in ihrem Leben über starke Rückenschmerzen. Die Hälfte davon wird sie nie wieder ganz los. Doch was tun, wenn der Rücken nicht will? Vier Fragen und Antworten zur Behandlung von Rückenschmerzen.

Bettruhe oder Bewegung?

Heutzutage ist Action statt Bettruhe angesagt. Denn es ist klar: Es gibt keine falsche Haltung. Nur Ruhe mag der Rücken gar nicht – denn die schwächt die Rückenmuskeln. Ist das Kreuz durch Krankengymnastik und gezieltes Training erst einmal gestärkt, kann fast jede Sportart trainiert werden. Yoga, Shiatsu, Alexander-Technik oder Feldenkrais bringen besonders schonend in Bewegung und helfen, den eigenen Körper besser wahrzunehmen.

Operation – Ja oder Nein?

Von den 100.000 jährlichen Bandscheiben-Operationen in Deutschland ist mindestens ein Drittel überflüssig. Denn maximal fünf Prozent der Rückenschmerzen werden durch eine entgleiste Bandscheibe ausgelöst. Und selbst echte Bandscheibenvorfälle heilen oft ohne jede Behandlung: Der Körper baut das verrutschte Bandscheibengewebe innerhalb von sechs Monaten selbstständig ab. Wer keine Lähmungserscheinungen oder Beeinträchtigungen von Darm oder Blase hat, sollte also erst einmal die Schmerzen behandeln lassen und sich körperlich möglichst wenig schonen.

Erdulden oder behandeln?

Tapferes Schmerz-Aushalten birgt eine große Gefahr: Schon ein vergleichsweise leichter Reiz kann sich verselbstständigen und nach einer Weile starke Schmerzbeschwerden auslösen. Hat sich erst ein "Schmerzgedächtnis" gebildet, kann die Pein sogar chronisch werden. Schnelle Gegenmaßnahmen – Schmerzmittel und Bewegung – schützen davor.

Schnell fit oder chronischer Schmerz?

Gelegentliche Rückenschmerzen sind ganz normal. Bei neun von zehn Rückenkranken verschwinden die Beschwerden innerhalb von vier Wochen. Bedrohlich wird es, wenn der Schmerz immer wieder kommt oder zu lange anhält. Dann kann eine fachübergreifende Therapie hilfreich sein: Ärzte, Psychologen, Sportmediziner und Psychotherapeuten kümmern sich gemeinsam um den gepeinigten Rücken. Die Ergebnisse sind deutlich besser als die der herkömmlichen Rückentherapien.

Infotext: Constanze Löffler