
-
Ist das Grundgelenk des großen Zehs von einer Arthrose betroffen, können Übungen die Beweglichkeit verbessern. Eva Moberg, Physiotherapeutin und Manualtherapeutin aus Berlin, sagt Ihnen, was Sie tun können.
Frau Moberg, wie wichtig ist die Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk?
Eva Moberg: Beim Gehen rollen wir über dieses Gelenk ab. Dabei brauchen wir eine Beweglichkeit von mindestens 60 Grad. Ist diese Beweglichkeit durch Schmerzen eingeschränkt, verändert sich das Gangbild. Die Abrollbewegung wird nach außen in Richtung zum Kleinzeh verlagert. Das hat eine Veränderung der Muskulatur zur Folge, mit Schmerzen bis hin ins Knie, Oberschenkel und Hüfte.
Wie sinnvoll ist eine Manuelle Therapie?
Eva Moberg: Im frühen Stadium der Zeh-Arthrose kann man mit speziellen Übungen der manuellen Therapie die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks verbessern. Dabei wird das Zehgelenk vorsichtig auseinandergezogen und in verschiedene Richtungen nach oben und unten bewegt. Auch Drehungen sind möglich. Dabei werden die Weichteile gedehnt und Verklebungen gelöst. Häufig sind auch die kleinen Fußmuskeln schmerzhaft verspannt. Diese werden damit gelockert. Dabei sollte man den Schmerz respektieren und nicht zu viel wollen.
Darf ich das als Patient zu Hause selbst machen?
Eva Moberg: Sie können, wenn möglich, die leichten Dreh- und Dehnungsübungen an ihrem Zeh auch alleine durchführen. Wichtig ist nur, dass vorher eine sachkundige Einführung im Rahmen einer professionellen Physiotherapie stattgefunden hat.
Welche Übungen gibt es noch?
Man kann im Sitzen und anschließend im Stehen die Zehen bewusst spreizen und dann wieder entspannen. Zudem kann im Sitzen und später im Stand der Fuß bewusst abgerollt werden. Das sollte mindestens zehn Mal mal mit drei Wiederholungen hintereinander gemacht werden. Wichtig ist dabei, dass der Fuß ganz bewusst richtig aufgesetzt und sauber abgerollt wird. So kann man der Fehlstellung, die sich im Laufe der Zeit einstellt, entgegenarbeiten.
Das Gespräch führte Pia Busch.


