
Interview mit der Palliativmedizinerin Petra Anwar -
Petra Anwar ist Palliativmedizinerin. Seit 15 Jahren arbeitet sie in einer onkologischen Praxis in Berlin-Tempelhof – einem Team aus fünf Onkologen, zehn Arzthelfern und zwei Palliativmedizinern. Diese Praxis ist dem Verein Home Care angeschlossen. Der Verien leistet in Berlin den größten Teil der "Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung".
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Ihr Motto: "Ambulant statt stationär", sterben, wo man gelebt hat.
Wenn sie Dienst hat – immer in einem 14-tägigen Turnus – ist sie täglich 24 Stunden einsatzbereit. Etwa 12 Hausbesuche macht sie am Tag. Zu einem Palliativteam gehören Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Physiotherapeuten, auch Psychologen oder Seelsorger. Frau Anwar arbeitet seit 15 Jahren mit einer spezialisierten Pflegestation zusammen. Sozialarbeiter sind nicht in ihrem Team.
Sie sucht den engen Kontakt zum Patienten und kommt ihnen näher im Gespräch über die vielen praktischen Probleme, die zu lösen sind und für die sie im Laufe der Zeit viele Wege kennt, sie schnell zu lösen. Sei es, dass man schnell ein Pflegebett braucht oder andere Hilfsmittel, die den Alltag der Patienten erleichtern. Doch besucht sie nicht nur Patienten zu Hause, sondern auch in Pflegeheimen. Außerdem arbeitet sie eng mit dem Ricam-Hospiz in Neukölln zusammen.
Frau Anwar kommt zu jedem, sie hat vor nichts Berührungsängste, sondern eine große Liebe zum Menschen. Nie kam ein Schreibtischjob für sie infrage, sondern ihr Wunsch war es, Zeit für Menschen zu haben. So belastend ihre Aufgabe ist als Palliativmedizinerin, denn immer steht am Ende der Tod, so ist für sie doch auch ein positives Ziel, den Patienten einen guten Tod zu ermöglichen. Und trotz aller Schwierigkeiten wird oft gelacht.
Sie sucht den engen Kontakt zum Patienten und kommt ihnen näher im Gespräch über die vielen praktischen Probleme, die zu lösen sind und für die sie im Laufe der Zeit viele Wege kennt, sie schnell zu lösen. Sei es, dass man schnell ein Pflegebett braucht oder andere Hilfsmittel, die den Alltag der Patienten erleichtern. Doch besucht sie nicht nur Patienten zu Hause, sondern auch in Pflegeheimen. Außerdem arbeitet sie eng mit dem Ricam-Hospiz in Neukölln zusammen.
Frau Anwar kommt zu jedem, sie hat vor nichts Berührungsängste, sondern eine große Liebe zum Menschen. Nie kam ein Schreibtischjob für sie infrage, sondern ihr Wunsch war es, Zeit für Menschen zu haben. So belastend ihre Aufgabe ist als Palliativmedizinerin, denn immer steht am Ende der Tod, so ist für sie doch auch ein positives Ziel, den Patienten einen guten Tod zu ermöglichen. Und trotz aller Schwierigkeiten wird oft gelacht.

Frau Anwar, was ist überhaupt Palliativmedizin? Der Unterschied zur "anderen" Medizin besteht in der Regel darin, dass wir Patienten haben, die man nicht mehr gesund machen kann, die aber an Krankheitssymptomen leiden. Unsere Aufgabe ist es, ihnen eine Lebensqualität zu bieten, die so gut wie irgend möglich ist. Dazu gehört, dass Patienten mit Schmerzen schmerzgelindert oder schmerzfrei leben können oder wir die ganze Bandbreite anderer Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schlaflosig- und Appetitlosigkeit oder Wassereinlagerungen lindern.
Viele unserer Patienten sind Krebspatienten, aber es sind auch Patienten mit unheilbaren Nervenerkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose oder Creutzfeldt-Jakob und auch Patienten mit Herz- oder Lungeninsuffizienzen, der Nieren oder der Leber, die nicht mehr mit einem heilenden Ansatz behandelt werden können, denen es so schlecht geht, dass es einfach nur darum geht, die Symptome zu behandeln.
Braucht zwangsläufig jeder Sterbende eine palliativ-medizinische Versorgung? Nein, nur der, der stark unter Symptomen leidet. Es gibt viele alte Menschen, die einfach schwach sind, immer mehr schlafen und irgendwann einfach gestorben sind, ohne dass irgendein anderes Symptom dazu kommt. Und dann gibt es natürlich ganz viele Krebserkrankte, die immer schwächer werden und dann einfach sterben - ohne Symptome - und die Gruppe, die unter Schmerzen leidet oder unter anderen Symptomen, um die kümmern sich die Palliativmediziner.
Viele Menschen denken bei Palliativmedizin an "Sterbemedizin". Wie kann man die Ängste nehmen, dass Palliativmedizin keine Sterbehilfe ist? Ich sage einfach immer, eigentlich sind wir Lebenshelfer, wir machen das Leben, das eigentlich nicht mehr erträglich war, erträglich - und vielleicht auch wieder schön. Palliativmedizin bejaht das Leben und und führt nicht zu einer Beschleunigung des Todes, sondern im Gegenteil, es gibt ganz viele Studien, die zeigen, dass Patienten, die eine gute palliativmedizinische Versorgung erhalten, zum Teil länger leben, als Patienten mit noch einer palliativen Chemotherapie.
Viele unserer Patienten sind Krebspatienten, aber es sind auch Patienten mit unheilbaren Nervenerkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Amyotrophe Lateralsklerose oder Creutzfeldt-Jakob und auch Patienten mit Herz- oder Lungeninsuffizienzen, der Nieren oder der Leber, die nicht mehr mit einem heilenden Ansatz behandelt werden können, denen es so schlecht geht, dass es einfach nur darum geht, die Symptome zu behandeln.
Braucht zwangsläufig jeder Sterbende eine palliativ-medizinische Versorgung? Nein, nur der, der stark unter Symptomen leidet. Es gibt viele alte Menschen, die einfach schwach sind, immer mehr schlafen und irgendwann einfach gestorben sind, ohne dass irgendein anderes Symptom dazu kommt. Und dann gibt es natürlich ganz viele Krebserkrankte, die immer schwächer werden und dann einfach sterben - ohne Symptome - und die Gruppe, die unter Schmerzen leidet oder unter anderen Symptomen, um die kümmern sich die Palliativmediziner.
Viele Menschen denken bei Palliativmedizin an "Sterbemedizin". Wie kann man die Ängste nehmen, dass Palliativmedizin keine Sterbehilfe ist? Ich sage einfach immer, eigentlich sind wir Lebenshelfer, wir machen das Leben, das eigentlich nicht mehr erträglich war, erträglich - und vielleicht auch wieder schön. Palliativmedizin bejaht das Leben und und führt nicht zu einer Beschleunigung des Todes, sondern im Gegenteil, es gibt ganz viele Studien, die zeigen, dass Patienten, die eine gute palliativmedizinische Versorgung erhalten, zum Teil länger leben, als Patienten mit noch einer palliativen Chemotherapie.


