Hospizbewohner, Quelle: dpa

- Welche Möglichkeiten haben Schwerkranke und Sterbende, wenn es Ihnen nicht möglich ist, zu Hause zu sein?

Gründe können sein, dass sie keine Angehörigen haben, ihre Angehörigen vielleicht selbst sehr alt und gebrechlich sind oder ihr Gesundheitszustand eine besondere Behandlung erfordert. Sollten besondere gesundheitliche Behandlungen nötig sein, wird man den Patienten ins Krankenhaus einweisen.

Palliativstation

Einige Krankenhäuser haben einen Konsiliardienst für Palliativmedizin oder eine Palliativstation, auf der schwerstkranke Menschen versorgt werden. Auch, wenn die Pflege und Versorgung der schweren Symptome im Mittelpunkt stehen, so sind die diagnostischen und medizinischen Angebote des Krankenhauses in Reichweite.

Vorrangiges Ziel ist es, den Gesundheitszustand eines Patienten auf einer Palliativstation zu stabilisieren, so dass er wieder nach Hause entlassen werden kann. Doch wird immer individuell entschieden. Erscheint es schwierig, den Patienten wieder nach Hause zu entlassen, kann er länger auf der Palliativstation verbleiben.

Kosten: Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, der Patient muss einen Eigenanteil von 10 Euro für maximal 28 Tage bezahlen.

Hospiz

Ist Angehörigen es nicht möglich, den Patienten zu Hause zu versorgen, ist ein stationäres Hospiz eine Alternative. In einer wohnlichen Atmosphäre werden Menschen, die nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben, rund um die Uhr betreut. Die medizinische Betreuung übernimmt ein niedergelassenes SAPV-Team oder der behandelnde Haus- oder Facharzt. Oft gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten für die Angehörigen, die Ansprechpartner im Hospiz für ihre Nöte und Belastungen haben. Sei es seelsorgerischer oder psychologischer Beistand.

Kosten:
Für den Patienten ist der Aufenthalt im Hospiz kostenlos. Die Kosten übernimmt zu 90 Prozent die Krankenkasse (bei Kindern 95 Prozent), der Rest wird durch Spenden finanziert. Es ist der Wunsch der Hospizbewegung, dass der Gedanke des ehrenamtlichen Engagements nicht vergessen wird. Da es in vielen Gegenden nicht ausreichend Hospizplätze gibt, sollte man sich rechtzeitig um einen Platz kümmern.

Ambulante Hospizdienste
stehen jedem offen. Sie sind Anlaufstellen, bei denen man sich beraten lassen kann. Sie entlasten Patienten und ihre Familien, übernehmen aber keine medizinischen oder pflegerischen Aufgaben. Sie besuchen alleinstehende Kranke, sind Gesprächspartner für die Familienangehörigen und ermöglichen auch den Angehörigen Auszeit.

Meist besucht vorab ein hauptamtlicher Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes die Familie, die um Unterstützung bittet und entscheidet, welcher ehrenamtliche Helfer der passende wäre. Es gibt bundesweit ca. 80 000 ehrenamtliche Helfer. Sie kommen überall hin – nach Hause, ins Krankenhaus, Hospiz oder Pflegeheim, um Menschen am Lebensende zu begleiten. Oft geht es auch um Gespräche und einen gedanklichen und spirituellen Austausch, der manchmal leichter mit fremden Menschen ist.

Kosten: Ihre Hilfe ist kostenlos. Die bundesweit 1500 ambulanten Hospizdienste finanzieren sich über Spenden.

Pflegeheim

Die Situation in den Pflegeheimen ist sehr unterschiedlich und nicht verallgemeinerbar. In manchen Heimen werden schwer- und sterbenskranke Patienten von dem normalen Pflegepersonal betreut oder externe SAPV-Teams und Palliativmediziner übernehmen die Betreuung. Einige Heime haben extra ausgebildete Schwestern und Pfleger für die palliative Pflege. Einige Heime haben mittlerweile eine eigene Palliativstation. In kritischen Situationen werden die Schwerkranken ins Krankenhaus eingeliefert.

Kosten: Die Abrechnungssituation ist diffizil, da es oft schwer auseinander zu halten ist, welche Leistung unter die normale Pflege fällt und welche unter die spezialisierte Palliativversorgung. Die Kosten für die normale Pflege übernimmt die Pflegekasse, die spezialisierte ambulante Palliativversorgung die Krankenkasse.

Zuhause sterben

Dossier: Pflege

Pflege im Alter

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