
Wussten Sie schon? -
Am Freitag hat der Bundestag die Abschaffung der Praxisgebühr beschlossen. Viele Patienten blicken dieser Veränderung ab Januar 2013 nach fast zehn Jahren freudig entgegen: Die Hoffnung ist, dass damit eine die Ärzte belastende Bürokratie beendet wird und viele Arztgänge für Überweisungen wegfallen werden. Doch was ändert sich wirklich? rbb PRAXIS sprach mit Claudia Widmaier, Pressereferentin des GKV-Spitzenverbandes.
Ab wann fällt die Praxisgebühr weg?
Die Zuzahlung von 10 Euro fällt ab Januar 2013 weg.
Werden Überweisungen zu Fachärzten damit hinfällig?
Da auch jetzt schon die Möglichkeit besteht, mit der Bezahlung von 10 Euro Praxisgebühr Fachärzte direkt aufzusuchen, ist davon auszugehen, dass diese Möglichkeit weiterhin bestehen bleibt. Es wird allerdings kostengünstiger für die Patienten, da keine Praxisgebühr mehr bezahlt werden muss. Je nach Behandlungsfall werden gewisse Überweisungen immer noch notwendig sein.
Werden die Wartezimmer voller mit dem Wegfall der Praxisgebühr?
Der Durchschnittsdeutsche geht 18 Mal im Jahr zum Arzt. In wieweit die Zahl mit der Praxisgebühr zusammenhängt, ist nicht repräsentativ erforscht. Da die Steuerungswirkung der Praxisgebühr in Bezug auf das Patientenverhalten nicht bekannt ist, kann auch für die Zukunft keine Auskunft gegeben werden. Ob die Hemmschwelle für den Gang zum Arzt fallen wird, bleibt ungewiss.
Sind Zusatzbeiträge zu befürchten?
Der Ausgleich der Krankenkassen soll über den Gesundheitsfonds gewährleistet werden. Ob das funktioniert bleibt abzuwarten.
Manche Krankenkassen haben versprochen, Prämien an Patienten auszuschütten, fallen die nun weg?
Mit den angekündigten Ausschüttungen ist weiterhin zu rechen.
Was für Konsequenzen sind für die Ärzte zu erwarten?
Da die 10 Euro Praxisgebühr derzeit nicht direkt an die Krankenkassen abgeführt wird, sondern als Honoraranzahlung in den Praxen bleiben, fällt mit dem Wegfall eine gewisse Liquidität der Arztpraxen weg. Dennoch werden die Ärzte vom bürokratischen Aufwand entlastet. Ob sie deshalb mehr Zeit für Patienten haben, bleibt abzuwarten.
Danke für das Gespräch.

