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Den FAST-Test (Face, Arm, Speech, Time – Gesicht, Arme, Sprache, Zeit) haben amerikanische Ärzte entwickelt, damit Laien einen Schlaganfall einfacher erkennen. Dafür sollen sie den potenziellen Patienten zu verschiedenen Handlungen auffordern.
• Arm: Bitten Sie den Patienten, seine Arme mit den Handflächen nach oben zu heben. Bei einem Schlaganfall wird er einen Arm nicht heben können, oder der Arm senkt sich wieder.
• Speech: Bitten Sie den Patienten einen einfachen Satz zu sprechen. Ist der gesund, klingt seine Sprache klar und deutlich und nicht verwaschen.
• Time: Ist mindestens ein Ergebnis auffällig, rufen Sie so schnell wie möglich einen Arzt.
Weitere Symptome, die auf einen Schlaganfall hinweisen
Verändertes Sehen
Die Auswirkungen auf das Sehen können ganz unterschiedlich sein: Doppelbilder sind möglich. Oder Gegenstände erscheinen in zweifacher Ausführung, und der Betroffene greift daneben. Andere Menschen berichten darüber, dass sie alles wie durch eine be-schlagene Brille sehen. Dinge, die am linken oder rechten Sehrand liegen, nehmen sie nicht mehr wahr (Gesichtsfeldausfall). Das räumliche Sehen verändert sich, so dass sich die Betroffenen in einer ihnen vertrauten Umgebung nicht mehr zurechtfinden.
Verändertes Sprechen
Ganz ähnlich verhält es sich mit dem Sprechen: Die Veränderungen unterscheiden sich von mal zu Mal. Die Sprache kann abgehackt und stockend sein. Der Betroffene verwen-det falsche Silben, Buchstaben oder Wörter. Er lallt, nuschelt und klingt verwaschen, oder er spricht nur im Telegrammstil. Selten fällt die Sprache komplett aus.
Lähmungen und Taubheitsgefühle
Typischerweise ist bei einem Schlaganfall eine Seite des Körpers mehr oder weniger gelähmt. Ein Mundwinkel hängt herab, der Arm lässt sich nicht mehr bewegen und im Bein fehlt die Kraft. Dazu gesellt sich oft ein Taubheitsgefühl, als ob Arm oder Bein ein-geschlafen sind. Der Oberkörper, also Arme, Gesicht und Hände, sind häufiger betroffen. Je nach Schwere können Kraft oder Gefühl oder beides in Mitleidenschaft gezogen sein.
Schwindel und unsicherer Gang
Auch plötzlicher Schwindel und ein unsicherer Gang sind Hinweise auf einen Schlagan-fall. Die Betroffenen erleben ihren Schwindel ganz verschieden. Mal berichten sie über einen Drehschwindel, als ob sie Karussell führen, oder sie fühlen sich wie auf hoher See. Das Gefühl für Gleichgewicht und Koordination geht verloren.
Kopfschmerz
Eher selten, dafür umso heftiger, können Kopfschmerzen auftreten. Sie entstehen bei Durchblutungsstörungen nach einem Gefäßverschluss oder durch den zunehmenden Druck auf das Gehirn, weil nach einer Gefäßruptur Blut austritt. Der Kopfschmerz wird oft von Übelkeit und Erbrechen begleitet.
Bei einem oder mehreren dieser Symptome sollte der Notruf mit Verdacht auf einen Schlaganfall angerufen werden. Die Therapie muss innerhalb weniger Stunden nach dem ersten Auftreten von Schlaganfallsymptomen folgen, denn "Time ist brain" ("Zeit kostet Gehirn"): Optimal behandeln lässt sich der Schlaganfall nur in den drei bis viereinhalb Stunden. Jede Minute sterben rund zwei Millionen Nervenzellen ab.
Text: Constanze Löffler



