- Do’s und Don’ts während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft spielen viele Frauen verrückt: Statt einfach normal weiterzuleben, benehmen sie sich wie eine besonders gebrechliche Spezies, fordern von aller Welt Rücksicht auf ihren Zustand oder werden plötzlich zu Vegetarierinnen. Viele Vorsichtsmaßnahmen sind übertrieben. Welche wichtig sind, finden Sie in den folgenden Zeilen.

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Medikamente

Tabletten und Spritzen sollten Sie in der Schwangerschaft nur zurückhaltend verwenden. Einige Medikamente sind vor allem in den ersten drei Monaten gefährlich, wenn sich der Fötus entwickelt. Andere – wie bestimmte Antibiotika – schädigen in der späten Schwangerschaft die Entwicklung des Kindes. Allerdings kann auch eine unbehandelte Infektion Ihrem Kind schaden oder gar zur Fehlgeburt führen. Grundsätzlich müssen während der Schwangerschaft deshalb Nutzen und Risiko von Medikamenten abgewogen werden. Bei den meisten Erkrankungen gibt es Alternativen zu den Medikamenten, die Ihrem Kind möglicherweise Schaden zufügen würden.
Eine Person raucht eine Zigarette (Foto: dpa)

Rauchen

Rauchen in der Schwangerschaft ist ein Tabu! Das im Tabakrauch enthaltene Nikotin verengt die Blutgefäße im Mutterkuchen und verhindert so, dass das Baby genug Sauerstoff bekommt. Dadurch verlangsamt sich das Wachstum Ihres Kindes. Das Risiko für ein untergewichtiges Kind steigt, körperliche Fehlbildungen wie eine Hasenscharte sind häufiger. Auch das Risiko für Atemprobleme, Infektionen oder eine Frühgeburt nimmt zu.

Das Rauchverbot gilt übrigens auch für Ihren Partner oder andere Mitbewohner und ist nach der Geburt genauso aktuell. Denn aus Studien weiß man, dass Kinder rauchender Eltern häufiger am plötzlichen Kindstod sterben.

Wer Probleme hat, mit dem Rauchen aufzuhören, kann sich an spezielle Beratungsstellen wenden. In der Berliner Charité bietet die Klinik für Geburtsmedizin einen dreitägigen Kurs "Rauchfrei für Mutter & Kind" an. Zu Beginn steht ein ausführliches Einzelgespräch mit individueller Raucherdiagnostik. Danach folgen drei Termine zu je 90 Minuten in der Gruppe. Für den Ersttermin können Sie sich unter der Telefonnummer 030 - 450 564 143 anmelden.
Ein junges Paar liegt in einem Bett © dpa
Ein junges Paar liegt in einem Bett © dpa

Sex

Während der Schwangerschaft müssen Sie keineswegs auf Sex verzichten. Die hormonellen Veränderungen können sowohl zu einer gesteigerten als auch zu weniger Lust führen. Dem Kind schadet der Sex jedenfalls nicht, da Fruchtblase und Gebärmutter das Ungeborene schützen. Der Schleimpfropfen vor dem Muntermund verhindert außerdem aufsteigende Infektionen. Falls Sie Blutungen haben oder die Fruchtblase geplatzt ist, sollten Sie nicht mit Ihrem Mann schlafen. Sitzt Ihr Mutterkuchen sehr tief, so dass die Gefahr für eine Blutung erhöht ist, besprechen Sie mit Ihrerm Frauenarzt, wie Sie sich am besten verhalten sollen. Das Gleiche gilt für eine Muttermundschwäche.
Schwimm-DM in Berlin (Foto: dpa)

Sport

Bewegung tut gut – auch in der Schwangerschaft. Trainieren Sie am besten die gleichen Sportarten, die Sie schon vorher aktiv betrieben haben. Auch der Umfang sollte nicht mehr als vor der Schwangerschaft sein. Bei Atemproblemen, Schwindel oder anderen Beschwerden legen Sie bei ihren Aktivitäten eine Pause ein. Joggen und andere Ausdauersportarten können die Gelenke, Sehnen und Bänder stark beanspruchen, die sich durch weibliche Östrogene vermehrt lockern und dehnen. Besonders Gelenk schonend sind Schwimmen und Rad fahren.

Seien Sie vorsichtig bei Sportarten wie Reiten oder Ski fahren. Ein Sturz oder ein harter Schlag in den Bauch kann gefährlich für Ihr Baby werden, da sich dadurch die Plazenta lösen kann. Ihre Herzfrequenz sollte während des Trainings nicht höher als 135 bis 140 Schläge pro Minute liegen. Verstärktes Schwitzen und den so erhöhten Flüssigkeitsbedarf gleichen Sie großzügig mit Mineralwasser, Fruchtsaftschorlen und Kräutertees aus.
Fleisch liegt in einem Supermarkt in der Fleischtheke (Bild: dpa)

Toxoplasmose

Mett-Brötchen und Hackepeter ade: Auf rohes Schweinefleisch sollten Sie während der Schwangerschaft verzichten, da es Sie sich sonst eine Toxoplasmose-Infektion zuziehen könnten. Gefährlich für das ungeborene Kind – und damit von der schwangeren Frau unbedingt zu vermeiden – ist eine Erstinfektion mit Toxoplasmose. Beim Kind führen die Erreger zu einem Wasserkopf, zu Leber- und Gehirnentzündungen und damit zu schweren Schädigungen. Auch das rohe Fleisch von Schaf und Ziege ist vom Speiseplan zu streichen. Von Rindern geht dagegen in der Regel keine Infektionsgefahr aus.

Weil Katzen als Überträger gelten, sollten Sie im Umgang mit Katzen zurückhaltend sein. Mit einer einfachen Untersuchung lässt sich im Blut feststellen, ob Sie bereits eine Toxoplasmose-Infektion hatten und damit alle angesprochenen Vorsichtsmaßnahmen hinfällig sind, da das Kind durch Ihre Immunabwehr geschützt ist. Die Blutuntersuchung wird jedoch nicht von den Krankenkassen bezahlt, es sei denn, es besteht der Verdacht auf eine akute Infektion. Die Kosten für den Bluttest liegen bei etwa 50 Euro.

Text: Constanze Löffler

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