Schwitzender Mann, Quelle: dpa

- Hilfe, ich schwitze

Schweiß-Flecken unter den Achseln, tropfende Hände und schlüpfrige Füße – wer das kennt, leidet möglicherweise unter krankhaftem Schwitzen. Die auf Hochtouren arbeitenden Schweißdrüsen lassen sich durch Verstopfen, Operieren oder Betäuben mit dem Nervengift Botulinumtoxin behandeln.

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Model Giulia Siegel lässt sich regelmäßig die Schweißdrüsen in den Achselhöhlen per Botox-Spritze lähmen. Während die Siegel jedoch in ganz normalem Umfang trieft und lediglich befürchtet, harmlo-se Flecken auf ihren teuren Designerfummeln zu hinterlassen, schwitzen bis zu drei Prozent der Menschen tatsächlich viel zu sehr. Ihr Körper produziert unabhängig von Wärme oder Kälte unkontrollierbar viel Schweiß. Die Schweißattacken können ganz spontan oder durch emotionalen Stress, körperliche Anstrengung, Alkohol- und Kaffeegenuss auftreten.

Normalerweise ist Schwitzen ein lebenswichtiger Vorgang. Das abgegebene Schweißwasser verdunstet und kühlt so die Körperoberfläche. Dadurch entledigt sich der Körper von zu viel innerer Wärme und überhitzt nicht. Besonders viele Schweißdrüsen finden sich in den Achselhöhlen, an den Handflächen und Fußsohlen. Die Schweißdrüsenproduktion erfolgt über nicht willentlich steuerbare Nerven, die den Botenstoff Acetylcholin ausschütten.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Anzeichen für übermäßiges Schwitzen sind so eindeutig, dass der behandelnde Arzt meist keine Probleme hat, die richtige Diagnose zu stellen. Ausgedehnte Schweißflecken unter den Achseln, getrocknete Salzspuren oder feuchte Hände bei der Begrüßung sind für ihn wichtige Zeichen. Zudem neigt die feuchte Haut zu Hauterkrankungen wie Fußpilz, schmerzhafte Hornhautaufweichungen und Warzen.
Die einfachste Möglichkeit, das Schwitzen an Händen, Füßen und unter den Achseln zu unterbinden, sind Roller oder Cremes mit Aluminiumsalzen. Aluminiumsalze verstopfen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und bändigen dadurch den Schweißfluss. Doch nicht immer reicht das.

Durch eine so genannte Leitungswasser-Iontophorese sind die Schweißdrüsen nicht mehr so leicht erregbar. Das mindert den Schweißfluss. Wie genau die Therapie wirkt, weiß man nicht. Die Behandlung hilft bei vier von fünf Betroffenen und ist in Deutschland die am häufigsten gewählte Therapieform bei übermäßigem Hand- und Fußschweiß.

Elegant und wirkungsvoll ist es, die Schweißdrüsen mit dem Nervengift Botulinumtoxin zu lähmen. Das Gift verhindert, dass die Nervenendigungen den Botenstoff Acetylcholin freisetzen. Dadurch bekommt die Schweißdrüse kein Einsatzsignal. Die Schweißproduktion erlahmt. Die Behandlung muss in der Regel nach sechs bis neun Monaten wiederholt werden, da die zerstörten Nervenenden erneut aussprossen.

Sommer und Hitze

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