Frau mit Allergie, Quelle: dpa

- Schniefnase im Sommer

Immer mehr Menschen leiden an immer neuen Allergien. Lesen Sie, welche Auslöser die Abwehr vor allem im Sommer fordern.

Was früher als Ausnahme galt, zählt heute zum Alltag: Allergien treffen mindestens 30 Millionen Menschen. Sie führen zu Hautquaddeln, einer triefenden Nase, tränenden Augen, Juckreiz oder Durchfall.

Die Betroffenen sind sensibel gegen Pollen, Milben, Tierhaare oder verschiedene Lebensmittel. Pollen beispielsweise enthalten Eiweiße, so genannte Allergene, die zu allergischem Schnupfen führen. Zudem setzt der Blütenstaub Fettsäuren frei, die das Immunsystem direkt reizen. Aber auch der Fisch im Urlaub oder ein Bienenstich kann zu bösen Überraschungen führen.

Als Standardbehandlung gegen Pollen oder Insektengift hat sich die spezifische Immuntherapie bewährt. Bei der „Allergie-Impfung“ spritzt der Arzt regelmäßig über mehrere Monate winzige Mengen des Allergens unter die Haut, so dass sich der Körper allmählich daran gewöhnt. Bei Lebensmittel hilft meist nur, die Auslöser vom Speiseplan zu verbannen.
Biene auf dem Arm

Bienenstich

Was im Körper passiert: Rund drei Millionen Menschen reagieren schon auf kleinste Mengen Insektengift mit Atemnot, Schweißausbrüchen, Übelkeit und Schwellungen. Im schlimmsten Fall kommt es zum lebensgefährlichen Schock.

Wann es auftritt: Mit dem ersten Stich gelangt das Gift in den Körper und regt das Immunsystem an, Antikörper zu bilden. Beim zweiten Stich kommt es dann zur allergischen Abwehrreaktion.

Was man tun kann: Ruhe bewahren, dunkle, lange Kleidung tragen, nicht barfuss durch die Wiese laufen und Speisen immer abdecken. Vor Schlaf- und Kinderzimmerfenster Insektengitter hängen. Ein „Notfall-Set“ mit Kortison, Adrenalin, einem Antihistamin und Asthmaspray ist für Insektenallergiker ein Muss.

Wie behandelt wird: Standardtherapie ist die spezifische Immuntherapie.

Gräser/Pollen

Was im Körper passiert: Über weite Strecken fliegen die winzige Körnchen millionenfach durch die Luft. Auch im Sommer ist vor Blüten- und Gräserpollen kein Entkommen. Hafer, Raps, Spitzwegerich, Beifuss oder Brennessel blühen von Juni bis August – neben der Blütezeit hängt ihre Verbreitung aber auch von der Witterung ab. Informieren Sie sich im Radio bei der Pollenflugvorhersage. Eine verlängerte Saison droht durch den neuen Schrecken aller Heuschnupfenleidenden: Ambrosia. Die vor ein paar Jahren aus den USA eingewanderte Pflanze blüht von August bis Oktober.

Was man tun kann: Lüften Sie nur frühmorgens, hängen Sie ein Pollenfluggitter vors Fenster und fahren ans Meer oder in die Berge in den Urlaub.

Wie behandelt wird:
Jeder dritte Heuschnupfen-Patient bekommt irgendwann Asthma: Scheuen Sie sich daher nicht, früh ein Antihistamin oder Asthmamittel zu nehmen. Statt der „Allergie-Impfung“ mit Spritze können Gräser- und Roggenpollenallergiker auch Tabletten oder Tropfen testen.
Knurrhahn-Fische liegen auf Eis (Bild: DPA)

Fischeiweiß, Krebstiere

Was im Körper passiert: Manche Allergiker müssen jeden Fisch und alle Meeresfrüchte meiden, andere vertragen nur Krebstiere nicht. Sie enthalten ein starkes Allergen, dass unmittelbar nach dem Genuss zum allergischen Schock mit Blutdruckabfall, erhöhter Herzfrequenz, Bewusstseinsverlust führen kann.

Wann es auftritt: Fischeiweiß-Allergiker müssen Fische, Krusten-, Schalen- und Weichtiere von ihrem Speisezettel streichen und auch auf tierische Nahrungsmittel wie Geflügelfleisch und Eier von Tieren achten, die mit Fischmehl gefüttert werden.

Was man tun kann: Verwenden Sie statt Margarine Butter, sie enthält kein gehärtetes Fischöl. Verzichten Sie auf Sushi (oft mit rohem Fisch), Worcester-Sauce (enthält Sardellen), Fischölkapseln und Sumiri (Krebsfleischimitat): Die Masse aus zerkleinertem Fisch ist Bestandteil vieler Fertiggerichte, die „Meeresfrüchte“ enthalten. Zudem wird Sumiri als Ersatz für Krabben, Garnelen, Shrimps oder Tintenfisch verkauft. Meiden Sie bei Krebstierallergie asiatische Gewürzmischungen!

Wie behandelt wird:
Beim allergischen Schock müssen Sie umgehend zum Arzt!
Text: Beate Wagner