Schweißfleck in der Achselhöhle eines Mannes, Quelle: dpa

- Schwitzen im Sommer

Schwitzen ist lästig, da sind sich die meisten einig. Obwohl Schweiß eigentlich geruchlos ist. Erst wenn Bakterien den Schweiß auf der Haut zersetzen, entsteht der säuerliche, üble Geruch. Der kann einem das Leben schwer machen – besonders bei Hochtemperaturen im Sommer. Doch Schwitzen ist absolut lebensnotwendig. Es verhindert eine Überhitzung des gesamten Organismus. Die rbb PRAXIS verrät, wie sie trotz Schwitzens geruchfrei und gelassen durch den Sommer kommen.

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Eigentlich ist Schwitzen eine tolle Erfindung: der Körper reguliert mit Hilfe von zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen die Temperatur des Körpers. Wenn der Schweiß an der Hautoberfläche abgegeben wird, verdunstet er. Es entsteht Verdunstungskälte, die dem Körper Kühlung verschafft. Selbst im Ruhezustand produziert der Mensch durchschnittlich einen halben Liter Schweiß pro Tag. Denn unser Körper gewinnt Energie, indem er Nährstoffe verbrennt. Dabei entsteht so viel Wärme, dass die Temperatur im Körperinneren kontinuierlich ansteigen würde, wenn wir sie nicht nach außen abgeben könnten.

Hitze, Aufregung und Bewegung lassen die Körpertemperatur zusätzlich nach oben schnellen. Könnten wir nicht schwitzen, würde unsere Körpertemperatur stündlich um ein Grad ansteigen, sagt Dr. Kerstin Lommel. Dass wir im Sommer mehr schwitzen, ist laut der Dermatologin physiologisch sinnvoll und absolut notwendig.

Doch kaum einer schaut mit Freude auf die kleinen salzigen Tropfen, die sich an einem heißen Sommertag auf der Haut bilden. Obwohl Schweiß vorwiegend aus Wasser besteht und an und für sich geruchlos ist. Der säuerliche Geruch entsteht erst, sobald Bakterien den Schweiß auf der Haut zersetzen. Besonders das feucht-warme Klima unter den Achseln bietet den schweißfressenden Bakterien einen idealen Nistplatz. Was also tun, um möglichst geruchfrei durch den Sommer zu kommen?
Schweiß auf der Stirn eines Mannes (Bild: dpa)
Was tun gegen Schweißgeruch?

Die Funktion der Schweißdrüsen wird über das sympathische Nervensystem gesteuert. Bei starker Schweißbildung sollte deshalb auf Alkohol, Rauchen und scharf gewürzte Speisen verzichtet werden, da sie das sympathische Nervensystem anregen. Generell können Aktivitäten wie Yoga und autogenes Training, die das parasympathische Nervensystem stärken, helfen, sagt Dr. Kerstin Lommel. Denn bei Ruhe und Entspannung kommt es zur Reduzierung der gesamten Stoffwechselprozesse – auch der Schweißproduktion. Wer Schweißausbrüchen entgegen wirken will, sollte zudem atmungsaktive Kleidung tragen aus Leinen, Baumwolle oder Seide.

Wenn es bereits müffelt, helfen allein Wasser, Seife oder Duschgel. Wer Schweißgeruch mit Deos oder Parfum bekämpft, riskiert Hautreizungen und überdeckt die sauren Duftwolken nur kurzzeitig. Deos sollten also nur auf frisch gewaschene Haut aufgetragen werden.

Deos erfüllen folgende Aufgaben:

- Viele Deos enthalten Aluminiumsalze. Diese verengen die Ausgänge der Schweißdrüsen, so dass weniger Schweiß austritt.

- Anti-bakterielle Wirkstoffe vermindern das Wachstum der Schweiß zersetzenden Bakterien, so dass weniger Schweißgeruch entsteht.

- Parfümstoffe überdecken den Schweißgeruch.

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