Schweißfleck in der Achselhöhle eines Mannes, Quelle: dpa

- Schwitzen im Sommer

Schwitzen ist lästig, da sind sich die meisten einig. Obwohl Schweiß eigentlich geruchlos ist. Erst wenn Bakterien den Schweiß auf der Haut zersetzen, entsteht der säuerliche, üble Geruch. Der kann einem das Leben schwer machen – besonders bei Hochtemperaturen im Sommer. Doch Schwitzen ist absolut lebensnotwendig. Es verhindert eine Überhitzung des gesamten Organismus. Die rbb PRAXIS verrät, wie sie trotz Schwitzens geruchfrei und gelassen durch den Sommer kommen.

Seite 2 von 2

Übermäßiges Schwitzen

Gelegentlich ins Schwitzen zu kommen, gehört zum Sommer aber einfach dazu. Einige Menschen, etwa zweieinhalb Millionen in Deutschland, schwitzen jedoch auch ohne hohe Temperaturen oder körperliche Anstrengung übermäßig. Sie leiden am krankhaften, übermäßigen Schwitzen – der so genannten Hyperhidrose. Das übermäßige Schwitzen kann an den Händen, in der Achsel, an den Füßen oder am ganzen Körper vorkommen.

Bei Hyperhidrose-Patienten sind die Schweißdrüsen weder vermehrt noch vergrößert, sondern lediglich überstimuliert. Die Stimulation der Schweißdrüsen erfolgt durch den sympathischen Anteil des vegetativen Nervensystems. Es ist jedoch noch unklar, welcher spezifische Mechanismus zum übermäßigen Schwitzen führt.

Folgende Symptome können auf eine Hyperhidrose hindeuten:

- Beginn der Symptome im Kindes- oder Jugendalter (< 25 Jahre)

- Auftreten des Schwitzens temperaturunabhängig, unvorhersehbar, und nicht willentlich kontrollierbar

- Beidseitiger, symmetrischer Befall (z. B. in beiden Achselhöhlen gleichermaßen stark)

- Auftreten öfter als 1x/ Woche mit Beeinträchtigung im Alltag

- Schwitzen vor allem tagsüber (kein vermehrtes Schwitzen während des Schlafes)

- Positive Familienanamnese (Eltern oder Geschwister auch betroffen)
Schweißdrüsenuntersuchung (Quelle: rbb)
Bei Verdacht auf Hyperhidrose sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die beste Behandlungsmöglichkeit festzulegen. An den Achselhöhlen werden häufig zunächst so genannte Antiperspiranzien mit dem Wirkstoff Aluminiumchlorid aufgetragen, welche die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verstopfen.

Gegen Hand- und Fußschweiß kann die LeitungswasserIontophorese angewendet werden. Dabei hält man Hände und Füße in ein Wasserbad, durch das schwacher Gleitstrom geleitet wird. Die Ionenwanderung kann die Schweißsekretion hemmen.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit besteht mit Botulinumtoxin A, das in die übermäßig schwitzenden Hautareale gespritzt wird. Dort blockiert das Medikament gezielt diejenigen Nervenimpulse, die die Schweißdrüsen stimulieren. Die schweißhemmende Wirkung hält mindestens drei Monate, dann muss die Behandlung gegebenenfalls wiederholt werden.

Operative Methoden wie die Durchtrennung der zuständigen Nervenknoten bleiben schweren Fällen vorbehalten. Im Achselbereich können Schweißdrüsen auch ausgeschabt oder abgesaugt werden.


Text: Nadine Bader

Mehr zum Thema Schwitzen

Frau benutzt Deo (Quelle: rbb)

Aluminium in Deos

Ist der Einsatz von Aluminium unbedenklich und wurden die Gesundheitsrisiken genügend erforscht? rbb PRAXIS klärt auf.