Frau im Labor, Blaualgenteppich (Montage), Quelle: dpa

Gesundheit und Baden - Wasserqualität - Wodurch wird sie bestimmt?

Die Badegewässer in Berlin und Brandenburg sind zurzeit gut bis hervorragend. Bis Saisonende Mitte September nehmen die Gesundheitsämter regelmäßig Proben und untersuchen sie auf so genannte Indikatororganismen.

Escherichia coli und Intestinale Enterokokken

Um die Qualität des Wassers zu bewerten, ziehen die Gesundheitsämter nach Angaben der zuständigen Referatsleiterin im Verbraucherschutzministerium, Heidrun Seyfferle, zwei Parameter heran: Escherichia coli und Intestinale Enterokokken.

Dabei handelt es sich um Darmbakterien, die mit den Ausscheidungen von Menschen und warmblütigen Tieren über das Abwasser oder bei starken Niederschlagsereignissen von Straßen und befestigten Flächen in die Gewässer gelangen können. Diese dürfen einen bestimmten Wert nicht überschreiten, andernfalls können Badegäste erkranken. Dazu gehören Entzündungen des Harntraktes, Hirnhautentzündung, Bauchfellentzündung, Brustdrüsenentzündung, Blutvergiftung oder Lungenentzündung.

Grün- Blau- und Kieselalgen unter dem Mikroskop, Quelle: dpa

Algen und Cyanobakterien

Gesundheitliche Probleme können auch durch massenhafte Algenentwicklungen hervorgerufen werden. Während zunächst überwiegend gelblich-braune Algen auftreten und das Wasser trüben, können ab Mitte Juli auch Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt - das Wasser zum "Blühen“ bringen. Durch die massenhafte Entwicklung von Algen ist meist auch die Sichttiefe des Wassers verringert.

Algen können das Wasser verfärben und eintrüben. Sie können Flocken bilden. Sie bilden nicht nur Ansammlungen an der Wasseroberfläche, in Ufernähe und Buchten, sondern auch auf freien Wasserflächen und in tieferen Gewässerschichten. Die davon betroffenen Badestellen müssen deshalb nicht gesperrt werden.

Auch die meisten Blaualgenarten (Cyanobakterien) sind für den Menschen harmlos. Bestimmte Blaualgenarten bilden aber Gifte, die so genannten Algentoxine. Durch Verschlucken von Wasser können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Blaualgen können aber auch für Reizungen an Haut, Schleimhaut und Augen sowie Entzündungen und allergische Reaktionen der Atemwege verantwortlich sein.

So schnell, wie sich Blaualgenanschwemmungen gebildet oder sogar als ganze Teppiche zusammen geschoben haben, können sie sich auch wieder auflösen. Deswegen können Blaualgenerscheinungen im Zuge der Routine-Kontrollen nicht immer erfasst werden. Vermeiden Sie deshalb das Baden in Gewässerbereichen, wo sich grüne oder blaugrüne Schlieren oder auch "Teppiche“ gebildet haben. Als Faustregel gilt, dass man bei knietiefem Wasser noch die Füße sehen sollte.

Wasservögel in See mit Algenblüte, Quelle: dpa

Vogelkot

Eine weitere Quelle für krankmachende Keime ist der Kot von Wasservögeln an natürlichen Gewässern. Er kann den Virus der Vogelgrippe enthalten, einer Tierkrankheit, von der in besonderer Weise Wassergeflügel betroffen ist. In nur sehr seltenen Fällen und durch sehr engen Kontakt mit erkrankten Vögeln kann sie auf den Menschen übertragen werden. Badegäste sollten den direkten Kontakt zu kranken oder verendeten Vögeln meiden und sich nicht in Uferbereichen aufhalten, die stark durch Vogelkot verschmutzt sind.

Gewässerprofile

Für die Seen in Brandenburg hat das Verbraucherschutzministerium spezielle Badegewässerprofile erstellt. Aus ihnen wird neben Angaben über "Indikatororganismen" ersichtlich, in welchen Seen besonders häufig und stark Cyanobakterien, Algen oder andere Verschmutzung auftreten können.