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Nicht nur auf den Gipfeln der Welt erwischt uns die Höhenkrankheit. Auch am Flughafen von Quito in Equador kann einem beim Aussteigen aus dem Flieger schon mal übel werden. Die rbb PRAXIS erklärt, warum.
Ganz gleich, ob es in den Anden in Bolivien, im Basislager des Mount Everest oder beim Aufstieg des K2 zwischen China und Pakistan passiert: Vor Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit und Schwindel, schwindendem Appetit, Atemnot und Leistungsabfall ist niemand gefeit, der in großen Höhen unterwegs ist.
Selbst Andenbewohner oder erfahrene Bergsteiger nicht, die jahrelang trainiert haben. Auch sie kann die Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) unverhofft treffen. Die Beschwerden treten auf, wenn die Luft ab 3000 Meter „dünn“ wird. Mit zunehmenden Höhenmetern sinkt der Luftdruck und die Lunge nimmt weniger Sauerstoff auf. Durch das verminderte Sauerstoffangebot im Körper schwindet schnell die Kraft, die Knie werden weich und die Luft knapp. Betroffene haben nur noch zwei Gedanken: Woher bekomme ich Luft? Wann hört es auf? Lebensgefährlich kann die Höhenkrankheit werden, wenn es zu einem Höhenlungenödem oder einem Höhenhirnödem kommt. Sie sind aber erst in Höhen über 4000 Meter wahrscheinlich.
Tipps bei Höhenkrankheit
Gutgemeinte Tipps erfahrener Wanderer gegen die gefürchteten Symptome: Nüsse knabbern, süßen Tee statt Alkohol trinken und leichte, fettarme Speisen zu sich nehmen. Mehr Wasser trinken, als man Durst hat. Außerdem wichtig: Nicht dran denken. Sicherlich, das ist einfacher gesagt als getan. Klar ist aber: Es gibt kein wirkliches Rezept gegen Höhenkrankheit. Selbst Ausdauertraining sichert zwar die Leistungsfähigkeit in großen Höhen, verhindert aber nicht das Leid.
Wer eine Tour in luftiger Höhe vor sich hat, sollte sich vielmehr Zeit nehmen: Gewöhnen Sie sich langsam an die veränderten Bedingungen. Alle 1000 Höhenmeter sollten Sie zwei Nächte in gleicher Höhe verbringen. Der Schlafplatz sollte nicht mehr als 300 bis 400 Meter höher liegen als am Vortag. Wichtig ist außerdem, dass man schnell handelt, wenn es trotz aller Vorbeugung doch zur Höhenkrankheit kommt. Im schlimmsten Fall bedeutet das, die Tour abzubrechen und abzusteigen. Von Medikamenten ist eher abzuraten. Sie können die Symptome verschleiern.
Text: Beate Wagner




