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Unsere Beine tragen uns tagtäglich durchs Leben. Doch manchmal wollen oder können sie nicht so wie wir. Sie werden schneller schwer, die Knöchel und Füße sind geschwollen, und feine Krampfadern zeigen sich als erste Anzeichen einer Venenschwäche.
Bedingt werden Krampfadern oftmals durch einen bewegungsarmen Lebensstil oder Veranlagung. Wie Sie präventiv gegen Krampfadern vorgehen können und welche Behandlungsmethoden es gibt, erklärt rbb PRAXIS.

Krampfadern sind erweiterte, oberflächlich gelegene Venen. Sie schlängeln sich wie ein bläulicher, ausgebeulter Strang sichtbar unter der Haut. Meistens treten sie an den Beinen auf. Die medizinische Bezeichnung lautet "Varizen" (lateinisch: varis = Knoten).
In den meisten Fällen ist eine Bindegewebs- oder Venenschwäche für die Entstehung von Krampfadern verantwortlich. Dann spricht man von einer primären Krampfadererkrankung (Varikose). Durch die Bindegewebsschwäche erschlaffen die Venenwände mit der Zeit.
Die Venenklappen schließen nicht mehr richtig und das Blut versackt in den oberflächlichen Venen, aus denen es eigentlich in das tiefe Venensystem abfließen sollte. In der Folge staut sich zu viel Blut, wodurch sich die oberflächlichen Venen erweitern und verformen. Der Blutrückstau setzt sich über die Verbindungsvenen zwischen Oberfläche und Tiefe (Perforansvenen) fort und betrifft bei fortgeschrittener Erkrankung auch die tiefen Venen.
Seltener ist die sekundäre Krampfadererkrankung (Varikose). Sie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel eine tiefer liegende Vene verschließt. Durch den Verschluss wird das Blut gestaut und es kommt zu einer tiefen Beinvenenthrombose. Das Blut muss sich neue Wege durch das oberflächliche Venensystem suchen, das durch die lange und starke Beanspruchung überlastet wird. Der zunehmende Druck schädigt die Venenklappen oftmals langfristig – sie schließen nicht mehr dicht. Die Entstehung von Krampfadern wird durch verschiedene Faktoren bedingt.
Es ist wichtig, das Venenleiden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. So kann verhindert werden, dass die Krampfadern sich verschlimmern – sogar eine Verbesserung ist möglich. Bleiben ausgeprägte Krampfadern unbehandelt, drohen Komplikationen wie Blutgerinnsel oder Geschwüre. Wer regelmäßig müde und schwere Beine hat und dazu häufiger ein Spannungsgefühl oder ziehende Schmerzen verspürt, sollte diese Anzeichen ernst nehmen. Auch wenn keine sichtbaren Krampfadern auftreten, ist ein Arztbesuch bei einem Gefäßspezialisten (Angiologen) oder Venenexperten (Phlebologen) ratsam.
Die medizinischen Maßnahmen zielen entweder darauf ab, die Krampfader zu entfernen oder den Blutfluss zu verbessern. Welche Therapie im Einzelfall am besten geeignet ist, hängt davon ab, welche Form der Erkrankung vorliegt, wie weit sie fortgeschritten ist und ob der Patient weitere Erkrankungen hat.

