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Im Laufe unseres Lebens erkälten wir uns bis zu 200 Mal. Kindern in den ersten Lebensjahren erwischen Schnupfen und Husten bis zu zwölf Mal jährlich. Das ist völlig normal, denn die zahlreichen Infektionen trainieren das kindliche Immunsystem.
Nahrungsmittel heilen
Mittlerweile kennen Wissenschaftler weit mehr als 200 Rhinoviren, die Husten, Schnupfen und Heiserkeit auslösen. Gegen die Viren helfen keine Antibiotika; eingenommen würden sie lediglich die natürlich-schützende Bakterienflora der Atemwege zerstören. Doch so manches Hausmittel kann die Beschwerden lindern: Kartoffeln, Zwiebeln und zahlreiche Kräutlein enthalten antivirale und antibakterielle Stoffe, welche die Heilung unterstützen. Wunder wirkt auch die selbst gekochte Hühnersuppe. Sie enthält antibakterielle und entzündungshemmende Substanzen und kann Infekte der oberen Atemwege stoppen.
Die Brühe befeuchtet zudem die Schleimhäute, zäher Schleim in den Bronchien verflüssigt sich und lässt sich leichter abhusten. Der heiße Suppendampf erhöht die Temperatur der Nasenschleimhäute. Das vertragen die Keime nicht und werden abgetötet. Genau aus diesem Grund ist Fieber für die Genesung bedeutsam: Es tötet Keime ab. Deshalb sollte die erhöhte Temperatur normalerweise nicht gleich gesenkt werden. Wer es dennoch tun möchte, kann statt einem Zäpfchen zu geben auch Wadenwickel machen – die jedoch nicht zu kalt sein sollten. Sie senken die Temperatur durch die Verdunstungskälte.
Kräuter mit wertvoller Wirkung
Efeu, Eibisch, Fenchel, Isländisch Moos, Spitzwegerich und Thymian – die Liste an pflanzlichen Heilmitteln bei Husten ist lang. Die ätherischen Öle der Kräuter wirken ganz unterschiedlich: hustenstillend oder schleimlösend, keimtötend oder abschwellend, entkrampfend oder reizlindernd. Und sie lassen sich auf ganz vielfältige Weise anwenden: Indem man sie aufgießt und dann inhaliert, als Tee trinkt, darin badet oder als wohltuende Tinktur auf den schmerzenden Brustkorb verreibt.
Durch das heiße Wasser lösen sich aus Isländisch Moos, Anis, Fenchel, Primelwurzel und Kiefernadeln Substanzen, die das Abhusten erleichtern, indem sie den Schleim lösen. Thymian und Efeu können beides: Sie wirken hustenstillend und -lösend. Huflattich, Süßholz und Wollblume sind schleimfördernd. Toller Nebeneffekt von Tees: Sie versorgen die Schleimhäute mit Flüssigkeit und helfen so den festsitzenden Schleim zu verdünnen. Als Extrakte und damit höher dosiert sind die Wirkstoffe übrigens in Lutschtabletten, Sirup, Saft oder Tropfen enthalten.
Stinkige Knollen
Zwiebeln und ihren knolligen Verwandten werden ebenfalls heilsame Kräfte bei Erkältungen und Infektionen zugeschrieben. Vor allem die müffelnden Schwefelverbindungen wirken antibakteriell und antiviral. Eine Variante: Zwiebeltee. Dafür werden die Zwiebeln gekocht, bis ein gelblicher Saft zurückbleibt. Verfeinert mit Honig ist der Sud für viele Menschen ein Geheimrezept, mit dem sich wirksam Viren und Bakterien abtöten lassen.
Zwiebelsäckchen wiederum helfen bei Ohrweh, eine häufige Begleiterscheinung bei Erkältungen. Dafür wird die Zwiebel fein gehackt und in ein dünnes Baumwolltuch oder Teefilterpapier gewickelt. Nachdem man die Zwiebelpackung beispielsweise über Wasserdampf erhitzt hat, legt man sie auf das schmerzende Ohr. Damit das Zwiebelsäckchen nicht verrutscht, wird es am besten mit einem Schal oder Stirnband fixiert. Danach sollte es eine Stunde wirken.
Warme Wickel helfen
Falls der Hals schmerzt, lindern Quarkwickel Heiserkeit und das Kratzen im Hals. Denn der Quark kühlt, wirkt abschwellend und soll Entzündungen hemmen. Dafür wird ein Baumwoll- oder Leinentuch, das etwa anderthalbmal um den Hals passt, fingerdick mit der weißen Paste eingestrichen. Vor dem Anlegen werden die Ränder einmal umgeschlagen und der Wickel auf Zimmertemperatur erwärmt. Auf den Halswickel wird ein zweites Baumwolltuch gelegt und die Packung zusätzlich mit einem Wollschal fixiert. Der Wickel wird getragen, bis der Quark antrocknet – in der Regel drei bis fünf Stunden.
Auch Kartoffel lassen sich wickeln – um den Hals und auf der Brust wirken sie bei Bronchitis und Halsschmerzen. Dafür werden 200 bis 500 Gramm Kartoffeln mit der Schale gekocht und auf ein Baumwolltuch gegeben. Die Enden werden umgeschlagen und die Kartoffeln zerdrückt. In ein weiteres Tuch eingeschlagen packt man den Wickel auf die Brust oder den Hals gepackt. Damit sich niemand verbrennt, kann vor dem Anlegen die Temperatur des Wickels beispielsweise am Unterarm geprüft werden.
Nicht nur die Wärme am Hals und auf der Brust wirkt günstig bei Erkältungen, auch Fußbäder verbessern auch Husten und Heiserkeit – in dem die Atemwege besser durchblutet werden. Dafür empfiehlt sich ein Fußbad mit ansteigenden Temperaturen: Begonnen wird etwas unterhalb der Körpertemperatur, bei angenehmen 34° Grad. Nach und nach steigern Sie die Temperatur des Fußbades bis auf 41° Grad. Die wärmende Wirkung lässt sich nach dem Abtrocknen am besten mit dicken Socken konservieren.
Vorbeugen besser als Nachsorgen
Regelmäßige Bewegung, Sauna und kalte Güsse stärken nachweislich die Immunabwehr, indem sie die Anzahl der weißen Blutkörperchen erhöhen. Bei Menschen, die über zwei Monate ein- bis zweimal pro Woche in der Sauna waren, stieg die Konzentration des Gewebehormons Interferon. Der Eiweißstoff gilt als wichtiger Virenkiller. Was sonst noch hilft? Häufiges Händewaschen und warme Kleidung, am besten in Schichten, damit man ablegen kann, wenn es einem zu warm wird.
Beitrag: Constanze Löffler




