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Schneespaß auf der Skipiste – wenn in Berlin und Brandenburg die Winterferien starten, zieht es wieder viele in die Berge. Doch aufgepasst: Unfälle sind auch bei geübten Skifahrern schnell passiert. Gut beraten ist, wer nicht zu übermütig fährt, sein Können richtig einzuschätzen weiß und sich richtig vorbereitet.
Endlich ist es soweit, der lang ersehnte Skiurlaub steht kurz bevor! Pulverschnee und bestens präparierte Pisten machen Lust auf intensive Skitage. In den Alpenländern tummeln sich in der kalten Jahreszeit 20 bis 30 Millionen Wintersportler, um ihrem Hobby nachzugehen. Doch auch geübte Skifahrer sind nicht vor Verletzungen oder Unfällen gefeit. In der Skisaison 2012/2013 wurden laut Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) insgesamt 43.000 Skifahrer verletzt und ärztlich behandelt, davon 3.500 stationär im Krankenhaus. Mit 37 Prozent standen Knieverletzungen an erster Stelle, gefolgt von Verletzungen an Schulter, Rumpf, Hüfte und Oberschenkel sowie Kopf.
Vorbereitet auf die Piste
Etwa 70 Prozent der Skiunfälle passieren durch Fehlverhalten aufgrund von Konditionsschwächen. Vor dem Skiurlaub ist deshalb ein Trainingsprogramm zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Koordination und der Ausdauer unabdingbar. Hiermit sollten Wintersportler mindestens zwei Monate vor dem Skiurlaub beginnen. Und auch wenn in Deutschland bisher keine Helmpflicht besteht - das Tragen eines Helms ist dringend zu empfehlen.
Der Berufsverband der deutschen Chirurgen (BDC) plädiert für die Einführung einer Helmpflicht auf Skipisten, auch für erwachsene Skifahrer. "Ein Ski-Unfall kann schreckliche Folgen wie Schädelbrüche oder Hirnblutungen haben. Der Helm ist die einfachste Möglichkeit, die Zahl solch schwerer Verletzungen zu verringern", sagt Dr. Jörg Ansorg vom BDC. In Südtirol und Teilen Österreichs besteht bereits eine Helmpflicht für Kinder bis zum vollendeten 15. Lebensjahr.
Wer sich dann auf die Piste begibt, sollte daran denken, genügend Zwischenstopps für ausreichendes Trinken einzulegen. Besonders in der kalten, trockenen Bergluft verliert der Körper bei sportlicher Anstrengung viel Flüssigkeit. Und der Energiebedarf ist beim Wintersport hoch. Deshalb sollte die Ernährung schon einige Tage vor dem Urlaub auf kohlenhydratreiche Kost umgestellt werden.
Zum Schutz vor Sonnenbrand sind fetthaltige Cremes mit hohem UV-A- und UV-B-Lichtschutzfaktor 15 bis 25 sowie ein Sonnenschutz-Pflegestift für die Lippen zu empfehlen. Auch die Augen müssen vor der Einwirkung der Sonnenstrahlung, die durch die Reflexion des Schnees noch verstärkt wird, mit einer Sonnen- oder Skibrille geschützt werden.
Zur eigenen Sicherheit sollten Wintersportler folgende Tipps beachten, die von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) zusammengestellt wurden.
Vor dem Skiurlaub
▪ 2-3 Mal in der Woche für 30 Minuten Skigymnastik
▪ Skiausrüstung auf Vordermann bringen; Bindungseinstellung durch den Fachmann überprüfen lassen
▪ Sehleistung kontrollieren lassen; die vorhandene Sehhilfe auch beim Skifahren tragen
Auf der Piste
▪ Anfänger sollten zum Erlernen der Sportart eine Ski- oder Snowboardschule besuchen
▪ Fahrweise, Ausrüstung und Bekleidung sollten dem eigenen Können angepasst sein
▪ vor der ersten Abfahrt oder nach längeren Pausen aufwärmen
▪ Erhalt der Konzentrationsfähigkeit und physischen Fähigkeiten durch ausreichende Energiezufuhr; Ausgleich des Flüssigkeitsdefizits insbesondere in höheren Lagen
▪ Alkoholabstinenz! Alkoholische Getränke fördern die Auskühlung und beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit.
▪ Erhöhung der Sicherheit durch: Tragen eines Skihelmes, Tragen von Protektoren (z.B. Wirbelsäule oder Handgelenk), Nutzung verschiedener Ski- und Sportbrillen für unterschiedliche Sicht- und Witterungsverhältnisse
▪ Ermüdungsanzeichen beachten und Regenerationspausen einhalten
▪ Gefahren erkennen und richtig reagieren: Eispisten und Pisten mit aufgeweichtem Schnee (spätnachmittags) meiden; überfüllte Pisten meiden; Fahren nur auf freigegebenen und präparierten Pisten! Gesperrte Strecken meiden!
Text: Nadine Bader





