
rbb PRAXIS Service -
Der Winter bringt für unsere Schutzhülle so einige Tücken mit sich. Denn er sorgt für einen ständigen Wechsel zwischen kalt und warm: Zum einen herrschen draußen kalte, teils frostige Temperaturen vor. Zum anderen halten wir uns vor allem in stark geheizten, staubtrockenen Räumen auf. Das strapaziert unsere Haut. Wir sollten sie daher besonders gut pflegen.
Die abrupten Temperaturwechsel von klirrender Kälte im Freien und molligen Temperaturen im Büro sind für das größte menschliche Organ Haut eine Tortur. Denn das stete Hin und Her trocknet unsere Haut stark aus. Sie spannt, juckt und ist sehr empfindlich.
Der natürliche Säureschutzmantel leidet, die Hautschutzbarriere ist nicht mehr intakt und bietet durch feinste Risse eine ideale Eintrittspforte für alle möglichen Keime. Je kälter es draußen wird, desto heftiger ist diese Belastung. Herrschen eisige Temperaturen, produzieren die Talgdrüsen weniger Fett; unter acht Grad Celsius versiegt die hauseigene Fettmaschinerie ganz. In der Wärme hingegen öffnen sich die Poren, so dass die Haut Wasser verliert und austrocknet.

Besonders empfindlich ist die zarte Haut von kleinen Kinder sowie die älterer Menschen. Patienten mit Neurodermitis wappnen sich meist schon aus Erfahrung vor der Zeit der heftigen Temperaturwechsel.
Doch nicht nur Patienten sollten ihre Haut im Winter besonders schützen. Auch eine normale Mischhaut braucht jetzt Produkte, die die Feuchtigkeit binden und das fehlende Hautfett ersetzen. Rückfettende Cremes mit Harnstoff (Urea) oder HyaluronsÃure sorgen dafür, dass die Zellen ausreichend Feuchte speichern. Pflanzliche Wirkstoffe wie Nachtkerzensamenöl enthalten Fettsäuren, die unsere Haut besonders gut verarbeiten kann.

Je trockener die Haut ist, desto fettreicher sollten die Cremes sein. Optimal ist ein Fettanteil, der bei vierzig bis fünfzig Prozent liegt. Menschen mit reifer Haut vertragen sogar siebzig Prozent. Erkennbar sind die fetthaltigen Cremes an Bezeichnungen wie "rich", "reichhaltig" oder "nährreich". Nachteil ist, dass die Produkte sich schwer auf der Haut verteilen lassen.
Für den kleinen Geldbeutel tut es kurzfristig auch die alt bekannte Vaseline. Sie legt sich wie ein Schutzfilm über die Haut, kann allerdings nicht die fehlende Feuchtigkeit ersetzen. Für trockene Hände und rissige Lippen bietet sie jedoch einen idealen Schutz. Zur Pflege der Gesichtshaut reicht Vaseline allerdings über die gesamte Winterzeit häufig nicht aus.
Vorsicht geboten ist mit der nassen Pflege zuhause: Ausgedehnte Wannenbäder wie langes heißes Duschen schaden der Haut in Winterzeit eher als dass es sie schützt, die Haut trocknet durch die lange Wasserwirkung aus. Hautärzte empfehlen daher in der Winterzeit eher das kurze Abbrausen mit einem Duschöl. Wer auf ein Bad nicht verzichten möchte, sollte ebenfalls ein Badeöl hinzufügen.
Auch mit alkoholhaltigem Gesichtswasser, Reinigungsgels und Peeling im Winter lieber sparsam umgehen, die kleinen Partikel wirken wie eine Atacke auf die dünne Talgschutzschicht. Nach dem Duschen oder Baden sollte die Haut sanft abgetupft und mit einer fettreichen Creme oder Lotion eingecremt werden. Dadurch bekommt die Haut die Fettstoffe zurück, die sie wÃhrend des Waschens verloren hat.
Text von Beate Wagner


