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Nach dem Fehlstart des Flughafens Berlin-Brandenburg will der Aufsichtsrat der Flughafen-Gesellschaft am Mittwoch Konsequenzen ziehen. Ist dann ein Neustart möglich? Wie geht es weiter auf der Dauerbaustelle BER? Das rbb SPEZIAL fasst die Ereignisse des Tages zusammen und lässt sie u.a. vom früheren Chef des Flughafens München bewerten.
Im Mittelpunkt stehen wichtige Personalentscheidungen. Zum einen soll Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck den Aufsichtsratsvorsitz von Berlins Regierenden Bürgermeisters Wowereit übernehmen. Dieser soll im Gegenzug Stellvertreter Platzecks werden. Außerdem wird erwartet, dass der bisherige Flughafenchef Schwarz seinen Posten räumen muss. Geplant ist zudem, die Geschäftsführung um einen Finanzexperten zu erweitern. Kandidaten für diese Posten wurden zunächst nicht genannt. .
Es gibt viele brennenden Fragen - ob sie durch die einberufene Sondersitzung auch geklärt werden?
Flughafenchef Schwarz geht?
Es gilt wohl als gesetzt, dass der bisherige Flughafenchef Rainer Schwarz gehen muss. Vor allem Klaus Wowereit hatte bis zuletzt am Geschäftsführer der Flughafengesellschaft festgehalten. Nach Bekanntgabe der vierten Startverschiebung am BER gab Wowereit am vergangenen Montag jedoch seinen Widerstand auf: Er gehe davon aus, dass bei der Sitzung am Mittwoch die Ablösung von Schwarz beantragt werde, sagte er. Unklar ist allerdings, wann Schwarz genau seinen Stuhl räumen muss.
Außerdem soll die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft um einen Finanzfachmann erweitert werden. Wer das sein könnte, oder auch wer die Nachfolge von Schwarz antreten soll, ist bisher nicht bekannt. Es gilt auch als unwahrscheinlich, dass der Aufsichtsrat am Mittwoch Namen nennen wird.
Eröffnungstermin des BER steht noch in den Sternen
Genauso wenig wird das Kontrollgremium sich zu einem neuen Eröffnungstermin äußern. Derzeit wird untersucht, wie umfangreich die Umbauten und Veränderungen am BER sein müssen, bevor die Brandschutzanlage genehmigt werden kann. Technikchef Horst Amann geht davon aus, dass eine Prognose frühestens in zwei Monaten möglich ist. Vorher sei keine Aussage über einen neuen Starttermin möglich, erklärte er.
Und auch die Frage nach der Gesamtkosten wird am Mittwoch nicht beantwortet werden können. Dafür hat die Rechnung derzeit zu viele Unbekannte. Klar ist wohl nur eins: Der BER wird den derzeitigen Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro noch einmal sprengen. Ursprünglich waren für den neuen Flughafen einmal knapp zwei Milliarden Euro eingeplant.
Moderation: Gerald Meyer
© Rundfunk Berlin-Brandenburg