
Remis gegen Dresden zu wenig: -
Zweitliga-Tabellenschlusslicht FC Energie Cottbus und der Tabellen-16. Dynamo Dresden trennten sich am Freitagabend im direkten Abstiegsduell 0:0. Vor 18.500 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft lebte das Spiel von Fehlern und der Dramaturgie der Tabellensituation. Für das Team von Jörg Böhme ist es das dritte Spiel ohne Sieg. Zu wenig, denn bei nun zehn Punkten Rückstand auf Tabellenplatz 15 ist für die Lausitzer nur noch das Erreichen der Relegation in Reichweite.
Nur Unentschieden in einem so wichtigen Duell der Abstiegskandidaten. In Cottbus ist die Ernüchterung eingekehrt. Nach der aufkommenden Euphorie rund um die Erfolge des neuen Trainers Jörg Böhme ist beim heutigen Blick auf die Tabelle ein Nichtabstiegsplatz in weiter Ferne. Dabei konnten sich die Cottbusser sogar noch bei den Kölnern bedanken, die Arminia Bielefeld am Samstag mit 2:0 besiegten und somit dafür sorgen, dass der Abstand der Lausitzer auf den Relegationsplatz weiterhin nur vier Punkte beträgt.
Doch die Art und Weise, wie sich Cottbus in den letzten drei Spielen präsentierte, gibt Fans und Präsident Ulrich Lepsch zu denken, der das Spiel als "Katastrophe" bezeichnete. "Das ist ein Derby, da musst du einfach alles raushauen. Aber das war nicht das, was man im Vorfeld erwartet hat. So richtig Abstiegskampf können wir nicht."

Die Lausitzer begannen im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Union Berlin mit einer veränderten Startformation. Mathias Fetsch bildete die vorderste Spitze. Dahinter agierten Erik Jendrisek, Stiven Rivic, Marco Stiepermann und Charles Takyi. Jurica Buljat rückte in die Innenverteidigung, auf den Außenverteidigerpositionen spielten Alexander Bittroff und André Fomitschow.
Doch von Energie Cottbus kam wenig. Dresden machte den insgesamt besseren Eindruck in einer Partie, die nur von der Spannung und selten von spielerischen Glanzlichtern lebte. Leichte Fehler und wenig Präzision ließen bei Cottbus kaum ein strukturiertes Angriffsspiel zu.
"Es war manchmal Not gegen Elend", so Lepsch nach dem Spiel. Der Präsident zeigte sich enttäuscht und sparte auch nicht mit Kritik am Trainer: "Wir bringen uns manchmal selber in Not durch unnötige Dinge wie Umstellungen", und spielte damit auf die frühe Auswechslung von Marco Stiepermann nach nur 37 Minuten an: "Ich weiß nicht, was mit Marco Stiepermann war." Dass Marco Stipermann nicht seinen besten Tag erwischte, wird aber auch Lepsch nicht entgangen sein. Trainer Böhme wollte sich zur Auswechslung nicht äußern: "Das bespreche ich mit Marco in der Kabine."
Die beste Cottbusser Chance zur Führung vergab Mathias Fetsch (37.), als er aus Nahdistanz freistehend an Dynamo-Schlussmann Benjamin Kirsten scheiterte. Dresden seinerseits hätte kurz vor der Pause durch einen ungerechtfertigten Elfmeter in Führung gehen können, doch Idir Ouali scheiterte am gut reagierenden René Renno im Tor.
Auch in der zweiten Halbzeit war es ein Spiel, in dem beide Mannschaften darauf bedacht waren, keine Fehler zu machen. Ergaben sich vielversprechende Situationen, wurden diese jedoch meist fahrlässig vergeben. Einzig der auffällig agierende Charles Takyi sorgte bei seinem Pfostenschuss aus 35 Metern noch mal für wirkliche Torgefahr (68.).
Unschöner Schlusspunkt der Partie: Schiedsrichterassistent Thomas Stein wurde nach dem Schlusspfiff von einer Münze getroffen und musste behandelt werden. Präsident Lepsch kündigte eine saftige Strafe an: "Ich kann mich nur entschudligen. Wenn wir den Täter kriegen, wird er nie wieder unser Stadion betreten dürfen." Der DFB verurteilte den Vorfall aufs Schärfste und kündigte Ermittlungen sowie eine Strafanzeige gegen die Lausitzer an. DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch erklärte am Sonntag in der "Lausitzer Rundschau": "Der Vorfall in Cottbus ist absolut inakzeptabel. Es darf nicht sein, dass unsere Schiedsrichter angegriffen werden und zu Schaden kommen."
Das 0:0 hilft weder Dynamo Dresden noch Energie Cottbus. Dem Team von Böhme bleiben noch fünf Spiele plus zwei mögliche Relegationsspiele, um den Abstieg in die 3.Liga doch noch zu vermeiden.









