Torsten Mattuschka (vorn) trifft per Foulelfmeter zum 1:0 (Quelle: dpa)

Elfmeterfestival in Aue: - Union verliert 2:3 - Aufstieg ade

Der 1.FC Union Berlin wartet in der 2.Liga weiterhin auf den ersten Auswärtssieg im Jahr 2014. Die Köpenicker unterlagen am Sonntag in einem torreichen Derby bei Erzgebirge Aue mit 2:3 (2:2). Nach der heutigen Niederlage dürften auch die letzten Aufstiegsträumereien ad acta gelegt werden.

Es war ein unterhaltsames Spiel vor 12.000 Zuschauern im Erzgebirgsstadion, und ein Spiel, in dem Schiesdrichter Dr.Jochen Drees im Blickpunkt stand. Drei Elfmeter sorgten für Diskussionen und Aufregung auf den Rängen und auf dem Rasen. "Mein Gefühl sagt mir, das war ungeheuerlich", so der völlig bediente Trainer Uwe Neuhaus nach dem Spiel. "Wenn man auf beiden Seiten schon zwei unberechtigte Elfmeter gepfiffen hat, sollte man nicht ein drittes Mal auf den Punkt zeigen. Es ist sehr bitter, weil wir nach dem 2:2 wieder besser im Spiel waren", sagte Union-Stürmer Sören Brandy. Kapitän Torsten Mattuschka sah neben der fragwürdigen Schiedsrichterleistung aber auch eigene Unzulänglichkeiten: "Wir haben uns das selbst zuzuschreiben. In den letzten Wochen haben wir nicht das abgerufen, was wir können. Dann steht man da, wo man jetzt steht." 

Uwe Neuhaus, Trainer von Fußball-Zweitligist FC Union Berlin, im März 2014 (Bild: dpa)

Die Diskussionen über die gegebenen Elfmeter täuschten nicht darüber hinweg, dass Union an diesem Tag keine gute Leistung zeigte. Gegen freche und mutige Auer waren die Unioner in der ersten Halbzeit zwar effektiv in der Chancenverwertung, brachten aber insgesamt kaum Torgefahr zustande.


Zu Spielbeginn änderte Neuhaus seine Mannschaft nur auf einer Position: Michael Kohlmann kam für den verletzten Michael Parensen.
Die Berliner starteten verhalten, Erzgebirge Aue war sofort im Spiel und hätte nach acht Minuten durch René Klingbeil in Führung gehen können, doch sein Kopfball ging an die Latte. Auch in der Folge war Aue mit schnellem Umschaltspiel immer wieder über den agilen Jakub Sylverstr (17./20.) gefährlich.

Patrick Kohlmann (Quelle: imago)

Doch dann stellte Dr. Jochen Drees das Spiel auf den Kopf. Nach einer Faustabwehr von Torhüter Martin Männel gab es Elfmeter für Union. Dieses Geschenk nahmen die Köpenicker dankend an und Mattuschka verwandelte sicher (22. Min.); das 11. Saisontor für den Kapitän.

Aue zeigte sich nicht geschockt und kam nur sieben Minuten später zum Ausgleich. Nach einem missglückten Klärungsversuch von Roberto Puncec zeigte Schiedsrichter Drees wieder auf den Punkt. Auch diesmal war die Entscheidung strittig. Den fälligen Elfmeter verwandelte Sylvestr.

Aue blieb weiter gefährlich und ging nach 33 Minuten in Führung. Ein Freistoß von Rico Benatelli aus dem linken Halbfeld nickte Tobias Nickenig am kurzen Pfosten ein; das erste Saisontor für den 29-Jährigen.

Union reagierte sofort. Brandy tauchte erstmals gefährlich vor dem Tor auf, doch sein Flugkopfball ging rechts daneben (35.). Fünf Minuten später dann aber der erste Geistesblitz von Mattuschka. Sein Pass in den Lauf von Steven Skrzybski leitete den Ausgleich ein. Der Mann aus der eigenen Jugend setzte sich zentral gegen zwei Mann durch und traf zum 2:2 (40.).

Torsten Mattuschka (vorn) trifft per Foulelfmeter zum 1:0 (Quelle: dpa)

In der zweiten Halbzeit ließ Berlin Aue spielen und stand hinten kompakt. Mit zunehmender Spieldauer verflachte die Partie. Neuhaus reagierte und brachte für den schwachen Christopher Quiring und den glücklosen Martin Dausch Björn Jopek und Benjamin Köhler. Doch die Einwechslungen verpufften. Viele leichte Ballverluste auf beiden Seiten prägten die zweite Halbzeit.

Nach 71 Minuten pfiff Schiedsrichter Drees erneut auf Elfmeter für Aue. Der eingewechselte Solomon Okoronkwo wurde vom herausstürmenden Haas gelegt, Sylverstr traf erneut per Elfmeter zum 3:2 für Aue (72.).

Union gelang nicht mehr viel Effektives nach vorne. Falko Götz sicherte mit Oliver Schröder und Filip Luksik die Führung ab. Auch Neuhaus reagierte und brachte Simon Terodde. Doch strukturierte Offensivaktionen waren Mangelware.
Einzig Mattuscka hatte noch einmal per Freistoß aus gut 20 Metern die Gelegenheit zum Ausgleich (94.), doch Männel hatte keine Schwierigkeiten.

Dann war Schluss. Union verlor verdient in einem Elfmeterfestival gegen mutige Auer, die sich somit weiter von der gefürchteten Relegation weg bewegen und dem erklärten 40-Punkte-Ziel nur noch 3 Zähler entfernt sind. Union hat sich mit dem heutigen Spiel wohl endgültig vom Kampf um die Aufstiegsplätze verabschiedet.

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