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Wer glaubt, nach dem Ableben sei Schluss, sollte sich mit der Filmemacherin Tanja Hamilton auf eine sehr außergewöhnliche Reise begeben. Nach dem Tod im Grab verrotten? Bei der Vorstellung wollen es viele nicht bewenden lassen: In Deutschland, USA und Frankreich lässt sich weit mehr mit dem Körper anstellen, als man gemeinhin denkt.
Doch erst einmal muss man bereit sein, den eigenen Körper herzugeben. Eine nicht ganz einfache Entscheidung. Und ob man den Menschen, denen Tanja Hamilton begegnet, auch als Leichnam unter die Finger kommen will.
Das Anatomische Institut der Kieler Universität beherbergt eine der weltweit „schönsten“ anatomischen Sammlungen. Hier kann ein Spender sowohl seinem Wunsch, der Wissenschaft zu dienen, nachkommen, wie auch seine eventuell zu Lebzeiten vorhandene exhibitionistische Neigung befriedigt wissen … Oberpräparator Günther-Rudolf Klaws ist der Pop Art-Künstler unter den Angehörigen seiner Zunft.
In der Universitätsklinik Maryland, Baltimore geht es schon weit handfester zu. Chirurgen üben in Seminargruppen oder einfach auch mal in der Freizeit an frischen Leichen ihre Fingerfertigkeit.
Am Anthropologischen Forschungsinstitut der University of Tennessee sind die Untersuchungsmethoden an Leichen indes weitaus weniger invasiv. Hier werden die Körper im Grunde sich selbst und den Kräften der Verwesung überlassen – selbstverständlich alles unter wissenschaftlicher Beobachtung.
In der Universität Marseille am Institut für angewandte Biomechanik steht Christian Brunet an der Spitze der Forschungsreihen. Europaweit können etwa 8.500 Menschenleben jedes Jahr durch die Ergebnisse biomechanischer Untersuchungen an Leichen gerettet werden. Ihnen ist die Sitzgurtpflicht zu verdanken und dass es heute möglich ist, mit 90 Kilometern pro Stunde gegen eine Mauer zu fahren und trotzdem zu überleben!
Film von Tanja Hamilton
Erstausstrahlung: 24.11.2008 WDR
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/rbbummitternacht/archiv/rbb_um_mitternacht38/dinge__die_man_tun.html