Brückenschläge vom 15. - 18. September 2014

Pont du Gard (Quelle: Schätze der Welt/ SWR)

Von Montag bis Donnerstag - zu gewohnt später Stunde - Brückenschläge

vom 15. - 18. September 2014

Brücken überwinden Hindernisse, überspannen Abgründe, verbinden Auseinanderliegendes, führen die Menschen zusammen. Und dadurch sind sie strategisch und auch als Symbol außerordentlich bedeutsam und in Krisenzeiten oft von Zerstörung bedroht.

Es gibt sie aus Stahl und Beton, aus Stein oder Ziegeln oder Holz, sie hängen filigran an Seilen oder stützen sich auf massive Pfeiler, man kann herkömmlich drüberfahren oder sich wie bei der Schwebefähre im baskischen Portugalete übers Wasser tragen lassen. Einzige Einschränkung in der Konstruktion ist natürlich ihre Tragkraft, ansonsten ist eigentlich alles erlaubt.

Und es gibt sie nicht nur für den Verkehr von Mensch und Maschine. Die Aquädukte der alten Römer zum Beispiel führten Trinkwasser aus entfernten Gebieten in die Urbanisationen. Und manch Brückenschlag muss extremen Gewalten trotzen – wie der Hindenburgdamm im deutschen Wattenmeer, rüber aufs feine Sylt.

Hindenburgdamm, Foto (c) NDR

rbb um Mitternacht: Brückenschläge - Viele Wege führen nach Sylt

Der Hindenburgdamm ist die einzige Möglichkeit, die Ferien-Insel Sylt auf dem Landweg zu erreichen. Mit der Bahn fahren sowohl Berufspendler als auch Touristen und außerdem werden tausende PKW verladen. Dies bereitet besonders in der Urlaubssaison viel Stress.

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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Um seine Waren transportieren zu können, suchte der Eisenwerksbesitzer Abraham Darby III. einen Architekten, der ihm über das fünf Kilometer breite Tal des Severn in Mittelengland eine stabile Brücke aus "Stein, Ziegeln oder Holz" bauen sollte. Thomas Pritchard nahm die Herausforderung an, er baute allerdings eine Brücke aus Gusseisen, mit deren Fertigstellung 1781 die neue "Eisenzeit" begann.

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rbb um Mitternacht: Brückenschläge - Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Anfangs war sie nur ein kühner Einfall des Architekten, am Ende eine Sensation. Denn eine solch eigenwillige Konstruktion zur Überquerung eines Flusses hatte die Welt noch nicht gesehen. Bis heute ist die "Puente Vizcaya", die 1893 in Portugalete ihren Betrieb aufnahm, eine der Attraktionen im Baskenland. Auch weil sie noch immer funktioniert und ihre Gondel rund um die Uhr über den Fluss schwebt.

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rbb um Mitternacht: Brückenschläge - Orte des Erinnerns

Die europäische Seite Istanbuls wird durch das "Goldene Horn", einen Seitenarm des Bosporus, geteilt. Im 19. Jahrhundert wurde die Idee, beide Ufer des Goldenen Horns - das traditionelle und aktuelle Finanzzentrum im Norden und den ältesten Teil der Stadt mit dem Topkapi-Palast, zahlreichen Moscheen und historischen Monumenten im Süden - durch eine Brücke miteinander zu verbinden, umgesetzt.