- 4. Klasse der Medardus-Grundschule in Bendorf, Rheinland-Pfalz

"Jung und Alt an einem Tisch"

4. Klasse der Medardus-Grundschule in Bendorf, Rheinland-Pfalz

"Projekt 'Jung und Alt an einem Tisch':

Unter diesem Titel habe ich das Projekt im August begonnen. Es findet im ersten Schulhalbjahr 2013/14 nachmittags im Rahmen der Ganztagsschule statt. Eine Gruppe von fünf Mädchen und zwei Jungen im Alter von neun und zehn Jahren besucht mit mir regelmäßig das Seniorenheim in Bendorf.

Wir treffen uns wöchentlich in der Schule, abwechselnd zum Gruppentreffen und zum gemeinsamen Besuch im Seniorenheim. In den Gruppentreffen reflektieren wir den vorherigen Besuch und bereiten den anstehenden vor. Im Seniorenheim gibt es zu Beginn immer Kakao und Kuchen für die Schülerinnen und Schüler, anschließend beschäftigen sie sich in unterschiedlichster Weise mit den alten Menschen dort, z. B.:

- Miteinander ins Gespräch kommen
- Verschiedene Spiele spielen
- Spazieren gehen
- Basteln
- Malen
- Vortanzen
- Singen
- Vorlesen

Thema 'Glück':

In den Begegnungen zwischen den Kindern und den alten Menschen hat sich herausgestellt, dass folgendes Sprichwort zur Geltung kommt: 'Wenn ich zum Glück meiner Mitmenschen beitrage, dann kann ich auch selbst glücklich werden.' Dieser Leitsatz wird bei den Besuchen im Seniorenheim durch das motivierende Tun der Schülerinnen und Schüler in die Tat umgesetzt. Er ist abgeleitet aus dem Bibelzitat: 'Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.'

Glück, das intensive Gefühl inneren Wohlbefindens, wird in dem Projekt tatsächlich ganz ungezwungen erlebt. Es ist den alten Menschen anzusehen, dass sie sich sehr freuen und glücklich sind, wenn die Kinder zu Besuch da sind. Indem die Kinder gegenüber den alten Menschen Wertschätzung bekunden, erleben sie selbst, dass auch ihnen dieses Gefühl entgegengebracht wird. Sie erkennen, dass Zuwendung im zwischenmenschlichen Geschehen ein Prozess wechselseitigen Gebens und Nehmens ist. Durch ihren wertvollen Dienst erleben sie Anerkennung, dadurch wird ihr Selbstwertgefühl gestärkt. In den Gruppentreffen erzählen die Schülerinnen und Schüler, dass sie glücklich und zufrieden sind, wenn sie die alten Menschen sehen und sich mit ihnen beschäftigen. 

Außerdem werden sie durch das Projekt zu verantwortlichem Handeln motiviert. Es ist ein wichtiger Schritt in ihrer Entwicklung zu einem eigenständigen Verantwortungsbewusstsein in der Gesellschaft. Sie erleben, wie einfach es doch sein kann, damit gelingendes Miteinander in verschiedenen Generationen entsteht."