- 8b IGS Delmenhorst, Niedersachsen

Adventskalender basteln für ein Seniorenstift

8b IGS Delmenhorst, Niedersachsen

"Projektbericht

Die 8. Klassen der IGS Delmenhorst haben sich in einer Projektwoche vom 4.11. bis 8.11.2013 mit dem Thema 'Glück' beschäftigt. In Kleingruppen haben wir uns gefragt, was denn das Glück sein könnte, von dem alle Menschen träumen.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus sechs Schülerinnen, wollte gern Glück verschenken und beschloss, drei Tage in einem Seniorenstift zu helfen und sich um die alten Menschen zu kümmern, die sonst keinen Besuch bekommen.

'Zuerst waren wir aufgeregt, weil wir nicht wussten, wie die alten Leute auf uns reagieren würden. Aber dann hat es uns großen Spaß gemacht zu sehen, wie sie sich über unseren Besuch gefreut haben. Wir haben viel über die Leute erfahren, z.B. dass eine Frau von ihrer Tochter 'abgeschoben' wurde, oder, dass eine andere Frau sehr glücklich ist, obwohl sie blind ist. Sie singt auch sehr gerne. Viel zu schnell waren die drei Tage vorüber.'

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe merkten schnell, dass Glück zu verschenken kein einseitiges Vorhaben war und fühlten sich selbst glücklich, stolz und zufrieden, als sie wieder in die Schule zurückkamen. Deshalb beschlossen die Mädchen und Jungen (inzwischen waren vier weitere SchülerInnen dazu gestoßen), das Projekt auszuweiten und füllten in vielen Stunden zusätzlicher Arbeit vier Adventskalender für 96 Senioren des Stifts (siehe Fotos). In jedem Säckchen befanden sich schließlich gebastelte Sterne, bemalter Baumschmuck, ein paar Süßigkeiten und ein Adventsgedicht, das die Stiftbetreuer versprachen, den alten Leuten vorzulesen. Die vier Adventskalender wurden in den vier Speisesälen des Stifts aufgehängt.

'Die Senioren haben sich sehr über unser Geschenk gefreut. Die Stiftbetreuerinnen haben uns zurückgemeldet, dass sogar ein paar der alten Leute nun wieder zum Essen in die Speisesäle gehen, die sonst ihre Zimmer nicht mehr verlassen – nur um sich ihr Adventspäckchen abzuholen und zu hören, was die anderen bekommen haben. Eine besonders agile Oma musste sogar gestoppt werden auf einen Stuhl zu klettern – sie wollte schon vorab wissen, was in ihrem Päckchen war. Das war für alle sehr lustig.'

Inzwischen sind einige feste Kontakte entstanden. Gestern sind unsere SchülerInnen mit einigen Senioren und einer Stiftsschwester auf unserem Weihnachtsmarkt gewesen und haben Geschichten von früher gehört und gemeinsam Tee getrunken. Eine Schülerin erzählte nach dem Besuch: 'Eine Omi hat mich immer ihre 'kleine Freundin' genannt. Das war voll süß!' Aber auch die Betreuerin wurde auf diese Weise glücklich gemacht:

'Sie hat uns gesagt, dass sie sonst solche Aktionen mit den Senioren gar nicht machen können, weil sie viel zu wenig Personal haben. Wir haben gelernt: Als wir anfingen Glück zu verschenken, passierte etwas, dass wir nicht geplant hatten – auf einmal sind nämlich alle glücklich gewesen: die Beschenkten, die Schenker und die Betreuerinnen – und unsere Lehrerinnen auch!'

Den Kontakt zum Seniorenstift werden wir aufrechterhalten. Die Arbeitsgruppe hat weiteren Zulauf und im neuen Jahr wird es weitere gemeinsame Unternehmungen geben – Glück für alle!"