- Klasse 5FL3 Gymnasium Sarstedt, Niedersachsen

Fröhlicher Schulbeginn für die Waisenkinder in Togo

Klasse 5FL3 Gymnasium Sarstedt, Niedersachsen

"Als unsere Lehrerin uns neulich aufforderte, zu sagen, was für uns Glück bedeutet, sagte gleich der erste Junge, der an die Reihe kam: 'Ich bin glücklich, wenn zwei Stunden Unterricht ausfallen.' Nachdem wir uns eine ganze Weile darüber unterhalten hatten, fanden wir heraus, dass vieles von dem, was für uns selbstverständlich ist, wie eine Wohnung zu haben, von den Eltern versorgt zu werden und eine gute Schule besuchen zu können, für viele Kinder auf der Welt unerreichbar scheint, und wir erinnerten uns wieder an unsere Aktion, die wir vor den Herbstferien durchgeführt hatten.

Dazu lasen wir einen Artikel im Internet, der ganz neu auf der Seite der Cador-Hilfe stand:
'Fröhlicher Schulbeginn für die Waisenkinder in Togo

Die Kinder des Waisenhauses Cador sind in das neue Schuljahr gestartet. Einige von ihnen müssen zwar die Klasse noch einmal wiederholen, doch es gibt trotzdem einen gewaltigen Unterschied: Sie können nun nach vielen Jahren auf einer öffentlichen Grundschule endlich eine Privatschule besuchen! Die Leiterin des Waisenhauses schreibt: 'Les enfants sont tous dans la joie' – Die Kinder sind alle sehr glücklich.

Diese glücklichen Umstände zum Schulanfang hätte bis vor einigen Monaten noch niemand in Lomé erwartet. Zu groß waren immer die Geldsorgen, schon das Geld für Essen war knapp. Zu eingefahren war die gesamte Bildungssituation für die Waisenkinder in der afrikanischen Hauptstadt. Naomie, eine eher schlechte Schülerin, sagte etwa im Juni noch, hätte sie die Möglichkeit auf eine Privatschule zu gehen, würde sie noch einmal ganz von vorne anfangen, um so einen guten Schulabschluss zu machen.

Anders als häufig in Deutschland ist es den afrikanischen Kindern sehr bewusst, wie wichtig die Schule in ihrem Leben ist und sie gehen mit viel Freude zur Schule. Für die Waisenkinder ist die Privatschule also ein großes Glück! Dieses Glück haben wir den Kindern nur durch Ihre Unterstützung schenken können. Ein ganz besonderer Dank geht dabei an die Klasse 5FL3 des Gymnasium Sarstedt, die nach einer einmaligen Sammelaktion die Schulgebühren für ein ganzes Jahr gespendet hat.'

Die Klasse 5FL3, das sind wir, und dass wir den Kindern in Afrika 'Glück schenkten', kam so:
Lea Engel, eine ehemalige Schülerin unserer Schule machte nach ihrem Abitur einige Monate einen Freiwilligendienst in einem Waisenhaus in Togo, in dem 16 Kinder leben und das nur durch Spenden finanziert wird. Als die Gefahr bestand, dass diese Kinder ihr neues Zuhause verlieren, weil die Miete nicht mehr bezahlt werden konnte, beschloss Lea, den Kindern ein eigenes Haus zu bauen. Sie gründete einen Verein, sammelte Spenden, kaufte ein Grundstück und begann mit dem Bau.

Unsere Lehrerin erzählte uns davon, und über die Internetseite des Vereins erfuhren wir Näheres über die Kinder und ihre Lebensumstände. Wir erfuhren, dass die staatlichen Schulen in Togo schlecht ausgestattet sind und dass dort schlecht ausgebildete Lehrer manchmal 70 Kinder in einer Klasse unterrichten müssen, aber wir erfuhren auch, dass es ganz in der Nähe des Waisenhauses eine Privatschule gibt, die die Kinder besuchen könnten, wenn sie das Geld dafür, nämlich umgerechnet 72,50 Euro im Monat hätten, und zwar nicht pro Kind, sondern für alle zwölf Schulkinder zusammen.

Das erschien uns wenig, ist aber für Togo sehr viel Geld. Und so beschlossen wir zu helfen. Unsere Idee war: Wenn jeder unserer Schüler einen Euro spenden würde, könnten wir die Schulgebühren für ein Jahr bezahlen. Wir schrieben einen Brief, kopierten ihn und verteilten ihn in allen Klassen, und dann gingen an zwei Vormittagen einige von uns mit Schuhkartons durch die Klassen und sammelten die Spenden ein, und so konnten wir noch vor Beginn des neuen Schuljahres in Togo dem Verein einen Scheck über 870,00 Euro überreichen.

Auch im nächsten Jahr wollen wir einige Aktionen durchführen, wie zum Beispiel einen 'Bunte – Tüten – Verkauf', um das Schulgeld erneut zusammen zu bekommen."