Galerie "Aktion Schulstunde"

Klasse 6f der Friedensschule in Hamm, Nordrhein-Westfalen

"Die Klasse 6f der Friedensschule in Hamm hat gemeinsam als Lektüre "Klaras Engel" von Paul Maar und Christian Schidlowsky gelesen. In der Geschichte geht es um Weihnachten, einen Engel und um den Tod. Die Kinder sollten sich in die drei Hauptfiguren hineinversetzen und deren Gefühle beschreiben. Außerdem sollten sie aus ihrer heutigen Sicht einen Dialog mit ihnen führen und Briefe an sie verfassen.

Zum Schluss haben wir uns mit dem Thema: "Leben mit dem Tod" beschäftigt und dabei auch einige Arbeitsblätter aus der "Schulstunde ARD-Themenwoche" bearbeitet. Diejenigen, die stark in ihrem muslimischen Glauben verhaftet sind, stellten im Bild dar, wie sie über eine schmale Brücke ("dünner als ein Haar und schärfer als ein Schwert") gehen und sich dort mithilfe ihrer beiden Engel zu ihrem Leben rechtfertigen müssen.

Die Kinder fanden die Rolle des Athanasius in dem Buch "cool" und leiteten später daraus ihre Vorstellungen über den Tod ab. Athanasius wurde für sie eine Art Freund, gerade weil ihm so vieles misslang. Besonders der Gedanke, dass man nach dem Tod noch Aufgaben auf der Erde erfüllen kann und dadurch wieder in Verbindung mit Freunden oder der Familie steht, gefiel den Kindern. Das Ende der Geschichte werteten die meisten so: "Der Tod von dem Opa ist zwar traurig für die Familie, aber das Wichtigste ist ja, dass es dem Opa jetzt gut geht und er da oben bereits Athanasius zum Freund hat." Die Idee, dass der Engel sozusagen "Hilfe zur Selbsthilfe" in der Familie geleistet hat, wurde von allen begrüßt: "Hätte er der Familie nur ein schönes Weihnachtsfest gezaubert, müsste er ja immer wieder kommen, weil sie nichts gelernt hätten, und so viel Zeit haben die Engel ja auch nicht."

Einige wollten und konnten sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen, da sie überhaupt keine Vorstellungen darüber hatten. Auch Verlustängste (z.T. leider auch aus unmittelbarer Betroffenheit) spielten eine große Rolle. Nur diejenigen, die sich damit weiter beschäftigen wollten, wurden abschließend gebeten, die Frage, "Wie stelle ich mir das Leben nach dem Tod vor?" kurz schriftlich zu beantworten und dazu ein Bild zu malen.

Für mich war das gesamte Projekt äußerst spannend und lehrreich. Ich empfehle es auf jeden Fall weiter, zumal ich dadurch sogar einen Schüler als "Erziehungsberater" gewonnen habe: Der Junge der davon ausgeht, "hoffentlich erst als Opa" zu sterben, würde als Engel später "auch bei Erziehungsfragen" den Erwachsenen zur Seite stehen. Schließlich hätte das der Mutter in "Klaras Engel" auch helfen können."

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