
Einweihung der neuen Haupttribüne - Union Berlin empfängt Celtic Glasgow
Viele fleißige Hände haben mitgeholfen - nun erstrahlt die "Alte Försterei" in neuem Glanz - einschließlich der nagelneuen und hochmodernen Haupttribüne, die am Freitagabend offiziell eingeweiht wird, mit einem Spiel gegen den schottischen Meister Celtic Glasgow.
Fußball-Zweitligist Union Berlin hat sich zur offiziellen Einweihung der neuen Haupttribüne einen besonderen Gast eingeladen. Im Stadion an der "Alten Försterei" wird am Freitag der 44-malige schottische Meister Celtic Glasgow erwartet.
Mit dem Spiel will sich Union auch bei Fans und Helfern für die Mitwirkung beim Bau der neuen Stadionanlage bedanken. Eine Woche vor Beginn der neuen Saison dürfte das Spiel für Union-Coach Neuhaus aber auch eine gute Gelegenheit sein, um den Ernstfall zu testen.
Sollten die Köpenicker ihre gute Frühform beibehalten können, sollte der Start in die neue Zweitliga-Saison eigentlich kein Problem sein. Immerhin hat Union vier von fünf Testspielen gewonnen, wobei die "schottische Woche" mit den beiden Begegnungen gegen Dundee United und Celtic Glasgow der Spielstärke in der Zweiten Liga wohl am nächsten kommen dürfte.
Das Stadion gehört den Mitgliedern und Aktionären
Die Anfänge des komplett modernisierten Stadions reichen fünf Jahre zurück. Nach dem Ende der damaligen Spielzeit rückten am 8. Juni 2008 die Bagger an, um die alten Stadionwälle niederzureißen. Was folgte, war eine Aufsehen erregende Aktion, die weit über die Grenzen Berlins hinaus für Anerkennung eorgte. Denn es waren wieder einmal die Union-Fans selbst, die freiwillig und unentgeltlich mit anpackten.
2333 Stadionbauer schufen in über 140.000 Arbeitsstunden einen Wert von mehr als vier Millionen Euro. Als nach 311 Tagen Bauzeit am 8. Juli 2009 das Stadion mit einem Spiel gegen Hertha BSC wiedereröffnet wurde, waren die drei Stehplatztribünen neu betoniert und komplett überdacht, es gab eine Rasenheizung sowie eine moderne Videoleinwand.

Was nun noch fehlte, war die Haupttribüne, ein Multifunktionsgebäude mit allem Drum und Dran für Fußballverein und Sitzplatzzuschauer. Der Bau begann im Sommer 2012. Dabei setzten sich die Planer das ehrgeizige Ziel, das gewaltige Projekt in nur einem Jahr auf die Beine zu stellen. "Ein extrem kalter Jahrhundertwinter und ein sehr feuchtes Frühjahr machten uns doch zu schaffen", erinnert sich Dirk Thieme, seit 2005 Vertreter der Fans im Union-Aufsichtsrat. Doch rund 500 Arbeiter aus über 30 Fachfirmen bewiesen am Ende, dass man in Berlin mit einem Bauvorhaben auch pünktlich fertig werden kann.
Bei der Errichtung der technisch anspruchsvollen und 15 Millionen Euro teuren Tribüne durften die Union-Anhänger und Vereinsmitglieder nicht direkt mithelfen. Doch mit dem Kauf von Stadionaktien sicherten sie die Finanzierung des Bauvorhabens. "Das ist das Einzigartige daran", erklärt Thieme. "Nach der Fertigstellung gehört das Stadion "An der Alten Försterei" nicht dem Verein oder irgendeinem Mäzen, sondern ausschließlich den Mitgliedern und Aktionären von Union Berlin."
Überzeugende Vorstellung gegen Dundee United
Bereits am Sonntag hatte sich der 1. FC Union Berlin vor der neuen Tribüne von seiner besten Seite gezeigt. Zum Auftakt einer schottischen Woche hatte vor allem die FC-Offensive überzeugen können. Beim 4:1 (2:0)-Erfolg über Dundee United erzielten die FC-Stürmer alle vier Treffer. Vor 4118 Zuschauern hielten die "Eisernen" den Sechsten der schottischen Premier League sicher in Schach.

Dundee begann druckvoll, doch bereits nach einer Viertelstunde verschafften sich die Berliner Feldvorteile. Dabei vergab Steven Skrybski zwei gute Möglichkeiten, ehe Adam Nemec innerhalb von nur neun Minuten zunächst mit dem Fuß (29.) und danach per Kopf (38.) die Überlegenheit in Tore ummünzte.
Skrybski (62.) und der kurz zuvor eingewechselte Simon Terodde (68.) sorgten für weitere Stürmertore, nachdem zuvor die Latte den dritten Treffer des überzeugend aufspielenden Nemec (55.) verhindert hatte. Das 1:4 erzielte nach 70 Minuten Brian Graham, der damit auch im fünften Vorbereitungsspiel ein "zu Null" verhinderte.
Mattuschka bleibt Kapitän
Trainer Uwe Neuhaus hatte zunächst die beiden Neuzugänge Sören Brandy und Martin Dausch nicht für die Startelf nominiert, dafür aber Benjamin Köhler von Anbeginn aufgeboten, der zu überzeugen wusste. Nach reichlich einer Stunde kamen auch Dausch und Brandy zum Einsatz, so dass alle fünf Union-Neuzugänge auf dem Feld standen.
Einen Tag zuvor war bei den Köpenickern die Kapitänsfrage geklärt worden. Der alte ist auch neue Spielführer: Torsten Mattuschka wird weiter die Kapitänsbinde tragen. Trainer Neuhaus bestätigte den 32-Jährigen im Amt. "Ich bin mit seiner Arbeit zufrieden. Ich hoffe, dass die Zusammenarbeit in der nächsten Saison mindestens genauso gut wird", sagte der Chefcoach.
Die Wahl von "Tusche", dem seit 2005 im Club spielenden Fan-Liebling, kam wenig überraschend. Nicht voraussehbar war, dass Neuzugang Mario Eggimann sogleich in den demokratisch von den Spielern gewählten Mannschaftsrat Eintritt erhält. Neben Mattuschka und Eggimann gehören auch Fabian Schönheim, Michael Parensen und Patrick Kohlmann dem Mannschaftsrat an.

