Sören Brandy vom FC Union Berlin (re.) gegen Kevin Wilson von Celtic Glasgow

Sieg gegen Celtic Glasgow - FC Union feiert gegen harmlose Schotten

Der FC Union hat allen Grund zum Jubeln: Erst wurde am Freitagabend die neue Tribüne eingeweiht, dann siegte der Fußball-Zweitligist gegen den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow mit 3:0. Das Team von Trainer Uwe Neuhaus kann dem Saisonstart in einer Woche optimistisch entgegen sehen.

Zum Abschluss einer durchweg erfolgreichen Saisonvorbereitung hat Fußball-Zweitligist FC Union Berlin den schottischen Rekordmeister Celtic Glasgow am Freitagabend mit 3:0 besiegt und damit den fünften Sieg im sechsten Vorbereitungsspiel gefeiert.

Eckstoss von Torsten Mattuschka - im Hintergrund die neue Haupttribüne (Quelle: imago)

Vor der neuen Haupttribüne im Stadion an der Alten Försterei, die vor dem Anpfiff offiziell eröffnet wurde, erzielte Simon Terodde schon nach elf Minuten mit einem sehenswerten Volleyschuss aus 16 Metern die schnelle Führung gegen den amtierenden schottischen Meister, der auf der Insel bereits 44 nationale Titel eingeheimst hat, aber bei seinem Gastspiel in der Wuhlheide kaum einmal zu überzeugen wusste.

Ganz anders die Unioner, die vor vollen Rängen im runderneuerten Stadion nach der Pause noch zwei weitere Tore erzielten, wobei sich in beiden Fällen Neuzugänge in Szene setzen konnten. So erzielte Sören Brandy, der vom MSV Duisburg nach Berlin gekommen war, in der 55. Minute das 2:0; und auch der Kroate Damir Kreilach (aus Rijeka) trug sich in der 87. Minute zum ersten Mal in die Torschützenliste der Eisernen ein.

Geschichte der "Alten Försterei" in Bildern

Haupttribüne offiziell übergeben

Anlass des Spiels war die feierliche Eröffnung der neuen Haupttribüne, mit der die Kompletterneuerung des Stadions nach fünf Jahren Bauzeit erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Tausende Union-Anhänger hatten seit 2008 selbst Hand angelegt und dazu beigetragen, dass das Stadion in der Wuhlheide nun in neuem Glanz erstrahlt.

Wegen seines außergewöhnlichen Engagements lobte Innensenator Frank Henkel am Freitag den Club als "Verein mit einem ganz besonderen Fan-Zusammenhalt". Ein Jahr nach der Grundsteinlegung steht nun auch die Haupttribüne. Mit dem fehlenden Puzzlestück ist das Stadion komplett.

Celtic war schon 44mal schottischer Meister

Mit dem schottischen Traditionsclub hatte sich Union zur Feier des Tages einen legendären Titelsammler eingeladen: Celtic Glasgow, der amtierende schottische Meister, kam mit 44 nationalen Meisterschaften und 36 britischen Pokalsiegen nach Köpenick - und die neue Haupttribüne war mit ihren 27 Logen und insgesamt über 3.500 Sitzplätzen voll besetzt. Auf vier Etagen und 12.000 Quadratmeter Nutzfläche bietet sie auch künftig viel Komfort für Sportler und Fans.

Dabei war die 1920 eingeweihte Alte Försterei in der Wuhlheide in Köpenick für viele Fußballfans schon immer das schönste Berliner Stadion. Und das, obwohl dort seit Jahren Spielgenehmigungen teilweise nur unter Vorbehalt erteilt wurden: Teile des Sozialtraktes waren aus hygienischen und bautechnischen Gründen gesperrt, Parkplätze fehlten, Mannschaft und Besucher mussten sich an Zelt- und Containerprovisorien gewöhnen.

Union-Fans halfen beim Umbau

Nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Berliner Senat rollten am 8. Juni 2008 die Bagger an. Mit dem Abriss der alten Stadionwälle begann eine aufsehenerregende Aktion: Denn die Union-Anhänger packten unentgeltlich mit an.

Als nach 311 Tagen Bauzeit am 8. Juli 2009 das Stadion mit einem Spiel gegen Hertha BSC wiedereröffnet wurde, war dies vor allem der tatkräftigen Unterstützung von über 2000 Fans zu verdanken. Die drei Stehplatztribünen waren neu betoniert und komplett überdacht worden, es gab eine Rasenheizung sowie eine moderne Videoleinwand.

Im Sommer 2012 begann schließlich der Bau der Haupttribüne, ein 15 Millionen teures Multifunktionsgebäude für den Sportverein und die Sitzplatzzuschauer. Auch hier halfen Fans und Vereinsmitglieder mit – diesmal durch den Kauf von Stadionaktien.

Tage der offenen Tür im neuen Stadion

Ob sich die Investitionen in den Stadionausbau gelohnt haben, davon können sich die Union-Fans an diesem Wochenende überzeugen. Für Samstag und Sonntag hat Union zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Dabei kann nicht nur die neue Tribüne besichtigt werden; auch die Mannschaftskabine, die Presseräume und die Logen sind bei freiem Eintritt zugänglich. Rundherum ist ein buntes Fest mit Bühnenprogramm, Live-Musik, Bier und Gegrilltem geplant.