Hertha BSC-Spieler beim Training auf dem Hertha-Trainingsgelände (Quelle: dpa)

Neustart in der 1. Bundesliga - Hertha BSC darf wieder mitspielen

Das Warten hat ein Ende: Über ein Jahr musste die Hauptstadt auf 1. Liga-Fußball verzichten, doch am Samstag startet Hertha BSC gegen Eintracht Frankfurt wieder in Oberhaus. Die Voraussetzungen sind gut, denn Trainer Jos Luhukay wird am Samstag nahezu der gesamte Kader zur Verfügung stehen. Der Kampf um den Klassenerhalt kann beginnen.

Am Samstag rollt in der ersten Liga endlich wieder Ball – mit dabei die fahrstuhl-gestählte Berliner Hertha - und aller Voraussicht nach mehr als 50.000 Fans. Für die Haupt- und Gegentribüne waren Freitagmittag auch noch Karten zu haben.

Herthas Trainer Jos Luhukay freut sich auf den Start, warnt vor dem Auftaktspiel gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 15.30 Uhr) aber vor übertriebenen Erwartungen: "Es muss ein Umdenken da sein, auch bei uns. Alle müssen lernen, dass Niederlagen wieder dazugehören", sagte Luhukay. Bescheidenheit lautet das Motto vor dem Saison-Start: "Wenn jeder sein Ego zurückstellt, wenn das so bleibt wie in der Vorsaison, können wir eine erfolgreiche Bundesliga-Saison spielen", so Luhukay.

Kampf um den Klassenerhalt

Hertha haftet noch immer das Label "Fahrstuhlmannschaft" an: Nach zwei Ab- und zwei Aufstiegen will der Hauptstadtclub nun alles daran setzen, sich wieder in der Top-Liga zu etablieren. "Deswegen brauchen wir ein Schild mit 'Außer Betrieb' darauf für diesen Fahrstuhl", so Hertha-Manager Michael Preetz im rbb-Interview. Er setzt dabei auf Trainer Jos Luhukay. "Auch die Mannschaft funktioniert gut und konnte auf annähernd allen wichtigen Positionen doppelt besetzt werden."

Große Herausforderung für die Saison sind die Finanzen: Insgesamt 42 Millionen Euro hat der Verein an Verbindlichkeiten, der Handlungsspielraums ist also gering. "Es ist ganz klar eine große Herausforderung", so Preetz. "Aber wir stellen uns und jammern nicht."

Doch die Nachricht von einer saftigen Geldstrafe dürfte auch dem Manager missfallen haben: Wegen diverser Ausschreitungen seiner Fans beim Zweitliga-Spiel bei Dynamo Dresden im März 2013 muss der Verein 55.000 Euro zahlen, so das Urteil des DFB-Sportgerichts am Freitag.

Hertha BSC-Fahne mit Spielern im Hintergrund am Olympiastation (Quelle: dpa)
Gespielt wird am Samstag im Olympiastadion.

Geballte Kraft für das erste Spiel der Saison

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start beim Spiel am Samstag sind dennoch gegeben, denn Luhukay kann fast über den gesamten Kader verfügen: Außer Pierre-Michel Lasogga (Außenbandanriss) und Maik Franz (Sperre) haben sich alle Spieler einsatzbereit gemeldet.

Sowohl Mittelfeldspieler Sami Allagui als auch Defensivmann Marcel Ndjeng absolvierten nach überstandenen Blessuren das Mannschaftstraining ohne Probleme. "Sami und Marcel sind für Samstag einsatzbereit", sagte Luhukay.

Die Strategie für das Spiel: schnelles Durchstarten. "Es wird wichtig sein, dass wir uns schnell eingewöhnen und ein erfolgreiches Spiel machen gegen Frankfurt. Ich hoffe, dass die ersten drei Punkte in Berlin bleiben", so der Trainer.

Von grünen Fröschen und Chipkarten für Bier

Derweil müssen sich Hertha-Fans in dieser Saison auf eine Neuerung einstellen. Ab sofort wird im Olympiastadion das bargeldlose Bezahlen eingeführt.

Fans können sich von - als grüne Frösche verkleideten - Mitarbeitern Chipkarten kaufen (zehn Euro, davon zwei Euro Pfand) und damit Getränke und Verpflegung bezahlen. In den ersten vier Heimspielen wird noch Bargeld akzeptiert, danach nicht mehr. Das Restguthaben auf der Karte wird auf Wunsch ausgezahlt.

Aufladen kann man die Karte bei den Frosch-Mitarbeitern oder im Netz, ab Herbst dann auch an EC-Automaten. Ziel ist es, die Wartezeit an den Ständen zu verringern. Im Gästebereich wird allerdings weiter Bargeld akzeptiert.

Das Sytem wird bereits von mehreren anderen Vereinen eingesetzt, darunter Dortmund, Frankfurt und Hoffenheim - wo die Hertha-Karten ebenfalls gelten.

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