
Freundschaftsspiel in Deetz - Turbine holt Unentschieden gegen Nordkorea
Völkerverständigung auf dem Fußballplatz: Am Montag war die nordkoreanische Frauenfußballnationalmannschaft in Brandenburg zu Besuch - und erwies sich als harter Sparringspartner für die Potsdamerinnen. Am Ende trennte man sich mit einem gerechten 2:2.
Frauenfußball-Vizemeister Turbine Potsdam hat in einem Testspiel dem Asien-Cup-Sieger Nordkorea ein 2:2 (1:1)-Unentschieden abgetrotzt. Die Tore für die Brandenburgerinnen erzielten Tabea Kemme (7./1:0) und Kapitänin Jennifer Zietz (82./2:2). Für den Fifa-Weltranglisten Achten trafen die Angreiferinnen Choe Mi Gyong (17./1:1) und Ra Un Sim (58./2:1).
"Wir kommen direkt aus der Bundesliga-Vorbereitung und hatten schwere Beine", erklärte Turbine-Coach Bernd Schröder nach dem Spiel. Das Match in Deetz, 30 Kilometer südwestlich von Potsdam, sei auf absoluter Augenhöhe gewesen. "Das Unentschieden ist verdient."

Auslandreisen nur unter Beobachtung
Die Fußballerinnen aus dem autoritär regierten Land sind international erfolgreich: Vor einigen Wochen noch absolvierte die Mannschaft erfolgreich die Ostasienmeisterschaft und setzte sich dabei unter anderem gegen den amtierenden Weltmeister Japan durch. In der FIFA-Weltrangliste belegt die Mannschaft von Trainer Sin Ui-Gun gegenwärtig den achten Rang.
Auslandsreisen der Fußballerinnen stehen allerdings in der Regel unter starker Beobachtung aus dem eigenen Land. Die Kommunikation mit der Presse und den Fußballerinnen vor Ort ist eingeschränkt. Erst seit einigen Wochen scheint sich die Lage etwas zu entspannen: Bei den Ostasienmeisterschaften spielten die Nordkoreanerinnen unter anderem gegen ihren Bruderstaat Südkorea - und gewannen 2:1. Wenige Wochen zuvor war das Verhältnis der beiden Länder noch sehr angespannt und sogar ein Krieg drohte.
Noch 14 Tage bis zum Saisonauftakt
Potsdam präsentierte sich zunächst sehr agil und markierte den Führungstreffer. Nordkorea konnte aber sein Kurzpassspiel aufziehen, glich aus und erzielte sogar den Führungstreffer. Die Turbinen ihrerseits zog gegen Ende der Partie noch einmal das Tempo an und kam zum verdienten Ausgleich.
Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start bleibt den Turbinen noch einiges an Abstimmungsarbeit. Derzeit lassen noch zu viele Abspielfehler den Angriffmotor kräftig stottern.
