Füchse-Torwart Silvio Heinevetter (Bild: dpa).

Showdown in Hamburg - Füchse Berlin spielen um den Einzug in die Champions League

Zuhause ein Unentschieden, auswärts nun das große Finale um den Einzug in den europäischen Spitzenwettbewerb. Die Berliner Füchse treten am Freitagabend beim Champions-League-Gewinner HSV an und müssen dort gewinnen, um im kommenden Wettbewerb dabei zu sein. Die große Frage dabei ist: Wie gut ist Berlins Keeper Silvio Heinevetter?

Alles ist eigentlich ganz einfach: Die Entscheidung fällt vor dem Berliner Tor. Schafft es Füchse-Keeper Silvio Heinevetter, weniger reinzulassen als die Hamburger, startet Berlin in der Champions League. Und der aktuelle Titelträger HSV Hamburg wäre draußen. Aber nicht nur aus diesem Grund schauen jetzt alle auf den Torhüter der Berliner.

Erst am Mittwoch hatte Heinevetter bei den Füchsen verlängert und damit ausgerechnet dem Verein abgesagt, gegen den es in den beiden Qualifikationsbegegnungen geht. Im Zuge dessen hatte Füchse-Präsident Frank Steffel dem HSV und dessen Präsident Matthias Rudolph vorgeworfen, Wettbewerbsverzerrung zu betreiben - durch die Zahlung astronomischer Gehälter. Hamburg fühlt sich diskreditiert.

Frank Steffel (Quelle: imago)
Füchse-Präsident Frank Steffel

Hamburg verärgert

HSV-Trainer Martin Schwalb war sichtlich um Haltung bemüht, als er vor dem Rückspiel am Freitag äußerte: "Ich finde es nicht gut, einen ganzen Verein in Misskredit zu bringen. Ich habe Respekt vor den Füchsen Berlin, und ich erwarte auch von anderen Leuten eine gewisse Form von Respekt."  Das gerechte 30:30  im Hinspiel der Champions-League-Qualifikation zwischen dem Titelverteidiger und den Füchsen war dabei schon fast in den  Hintergrund geraten.

Als wenig nett - oder sogar als Provokation - dürften es die Hamburger empfunden haben, dass Steffel zwei Minuten vor dem Anpfiff des wichtigen Hinspiels am Mittwochabend die Verlängerung des Engagements mit Heinevetter lautstark über das Hallenmikrofon verkündet hatte. Die HSV-Profis waren zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Feld, bekamen die Jubelstürme der Berliner Fans als Reaktion aus nächster Nähe mit.

Der Berliner Torhüter Silvio Heinevetter sitzt enttäuscht auf der Ersatzbank (Quelle: dpa)
Silvio Heinvetter macht beim Hinspiel am Mittwoch keine gute Figur

Heinvetter wortkarg

Dieser wenig charmante Auftritt könnte für die Füchse nun zum  Bumerang werden. Die Hamburger sind von dem Theater angestachelt und heiß auf das Rückspiel am Freitag (19.00 Uhr in eigener Halle): Als viertes deutsches Team will der HSV ab Herbst erneut in der Königsklasse antreten.

Heinevetter also steht im Mittelpunkt. Das Doppelte seines Berliner Gehaltes soll Europas beste Mannschaft der abgelaufenen Saison geboten haben, doch der Instinkt-Handballer mit dem unorthodoxen Stil entschied sich für Berlin, es sei eine Herzensangelegenheit.

Heinevetter selbst gab sich gewohnt wortkarg. "In Hamburg wird es entschieden, es geht nicht um einzelne Personen." Der diesjährige Champions League-Sieger aus Hamburg hatte sich als Tabellenfünfter der Bundesliga nicht direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Die Europäische Handball-Föderation (EHF) hatte daraufhin die Entscheidungsspiele gegen die viertplatzierten Berliner angesetzt.

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