Berlins Jesper Nielsen (l) und Hamburgs Torsten Jansen kämpfen um den Ball (Quelle: dpa)

Entscheidung in der Schlussminute - Füchse Berlin verpassen Champions-League-Einzug

Es war ein Handball-Krimi in Hamburg: Die Berliner Füchse haben am Freitagabend das Rückspiel in der Qualifikation um die Champions League beim HSV Hamburger denkbar knapp verloren. Die Entscheidung fiel erst in der Schlussminute.

Für die Füchse Berlin hat es gegen Titelverteidiger HSV Hamburg am Ende nicht erreicht. Am Freitagabend verloren die Berliner in einem echten Handball-Krimi in Hamburg mit 26:27 (14:10). Damit verpassten die Berliner Handballer den Einzug in die Champions League und müssen nun im EHF-Pokal antreten.

Wie schon im Hinspiel waren auch in Hamburg alle Augen auf Silvio Heinevetter gerichtet. Nachdem der Nationaltorhüter seinen Vertrag bei den Füchsen nach langem Tauziehen zwischen den Klubs unmittelbar vor der Partie am Mittwoch bis 2018 verlängert hatte, erklärten die Vereinsbosse den wochenlangen Dauerzwist am Freitag für beendet. "Jetzt sollte man das Ganze mal stehen lassen", sagte Berlins Geschäftsführer Bob Hanning. Und auch HSV-Präsident Matthias Rudolph, der Heinevetter zuletzt heftig umworben hatte, beteuerte: "Der Fall ist jetzt aber auch gegessen."

Der Berliner Torhüter Silvio Heinevetter sitzt enttäuscht auf der Ersatzbank (Quelle: dpa)
Füchse-Torwart Silvio Heinvetter.

Heinevetter war von dem Wirbel um seine Person nichts anzumerken. Der Füchse-Keeper brauchte am Freitagabend gerade einmal fünf Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Mit seinen Paraden hatte er maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Gäste nach einem 1:3-Rückstand (5.) binnen zwölf Minuten eine Vier-Tore-Führung erspielten. Nach gehaltenen Bällen leitete der Berliner Schlussmann immer wieder schnelle Gegenstöße ein, die vorzugsweise der frühere Hamburger Fredrik Petersen verwertete.

Selbst vom Zwischenspurt des HSV zum 9:9 (23.) ließ sich Berlin nicht beeindrucken und spielte weiter ruhig seinen Stiefel herunter. Beim 14:10 zur Halbzeit standen in Heinevetters Bilanz bereits beeindruckende 14 Paraden zu Buche.

Füchse-Coach Sigurdsson: "Wir waren die bessere Mannschaft."

Im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild. Der HSV erspielte sich Chancen am Fließband, doch Heinevetter ließ sich kaum bezwingen, die Füchse enteilten auf 19:14 (38.). Der HSV steckte allerdings nicht auf. Angetrieben von Spielmacher Domagoj Duvnjak kämpfte sich Hamburg zurück ins Spiel und hatte beim Stand von 24:25 (55.) erstmals im zweiten Abschnitt die Chance auf den Ausgleich. Den besorgte dann Rechtsaußen Hans Lindberg drei Minuten vor dem Ende (26:26). Erst 60 Sekunden vor Schluss sorgte Pfahl mit dem 27:26 für die Entscheidung.

Hamburgs Mannschaft bejubelt den Sieg (Quelle: dpa)
Jubel beim HSV: Der Titelverteidiger spielt wieder in der Champions League.

Bester Torschütze der Hamburger, die vor 6620 Zuschauern Mitte der zweiten Halbzeit mit fünf Toren zurücklagen, war Nationalspieler Adrian Pfahl mit sechs Treffern. Auf Seiten der Berliner traf Linksaußen Fredrik Petersen am häufigsten (8).

Berlins Coach Dagur Sigurdsson sagte: "Es war ein großer Kampf über 120 Minuten. Wir waren die bessere Mannschaft, am Ende hat Hamburg glücklich gewonnen." Nach dem 30:30-Unentschieden im Hinspiel müssen die Berliner damit zukünftig im EHF-Pokal antreten. Hamburg hingegen wird ab Mitte September in der Champions League auf Vizemeister SG Flensburg-Handewitt, Aalborg Handball (Dänemark), RK Gorenje Velenje (Slowenien), La Rioja (Spanien) und einen Qualifikanten treffen. Als weitere deutsche Teams sind der THW Kiel und die Rhein-Neckar Löwen für die Gruppenphase qualifiziert.

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Füchse-Torwart Silvio Heinevetter (Bild: dpa).

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