Jos Luhukay bei seiner Vorstellung als neuer Hertha-Trainer (Foto: dpa)

Neue Töne vom Trainer - Luhukay verhängt Ausgangssperre bei Hertha BSC

Wer das Berliner Nachtleben genießen will, sollte sich lieber einen anderen Job suchen - dieser Meinung ist Jos Luhukay. Herthas Trainer erwartet jedenfalls, dass sich seine Spieler zu 100 Prozent um Training und Regeneration kümmern. Daher hat Luhukay nun eine Ausgangssperre verhängt: Ab 23.00 Uhr ist Schluss mit lustig.

Hertha-Trainer Jos Luhukay greift hart durch und verhängt jeweils ab Dienstag vor einem Punktspiel eine um 23.00 Uhr beginnende Ausgangsperre. "Ich verlange täglich maximale
Trainingsbereitschaft und Regeneration."

"Wenn ihr Berlin genießen möchtet, sucht euch einen anderen Beruf", sagte der Coach des Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC in einem Interview mit dem Fachmagazin "Kicker". Die Hauptstadt biete besonders jüngeren Spielern ausufernde Freizeitmöglichkeiten, die sich störend auswirken können. "Berlin lebt 24 Stunden am Tag", erklärte Luhukay.

Auf dem Weg zu neuer Kontinuität

Viele hätten ihm abgeraten, den Trainerposten beim damaligen Absteiger zu übernehmen, sagte Luhukay. Er sei jedoch von der Aufgabe "total überzeugt" gewesen und habe nach dem neuerlichen Klassenerhalt mit dem FC Augsburg eine neue Herausforderung gebraucht. Bei seinem Amtsantritt herrschte noch große Unruhe im und um den Hauptstadtverein. "Zu viele Menschen waren sehr negativ eingestellt", meinte der 50 Jahre alte Niederländer.

Durch eine neue Philosophie und schnelle Erfolge konnte der Fußballlehrer für Ruhe sorgen: "Hertha ist auf dem Weg zu Kontinuität und zurück zur Seriosität." Nach dem Zweitliga-Rekord mit 76 Punkten und 22 gewonnenen Spielen legte Hertha mit sieben Zählern aus vier Spielen einen gelungenen Saisonstart in der Eliteklasse hin.

Hertha-Spieler beim lockeren Training (Foto: dpa / 18.05.2012)
Die Hertha-Profis beim Training

Fulminanter Start in die Bundesliga

Mit einem 6:1-Heimsieg war Hertha BSC am ersten Spieltag der neuen Saison ein fulminanter Auftakt gelungen - zugleich war es der höchste Sieg eines Bundesliga-Aufsteigers am ersten Spieltag. Doch damit nicht genug - nach einem 2:2 auswärts in Nürnberg folgte im Berliner Olympiastadion mit einem 1:0 über den Hamburger SV ein weiterer Sieg. Erst am vierten Spieltag kassierten die Hertha-Profis dann mit 0:2 in Wolfsburg die erste Niederlage.

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