
WM-Qualifikationsspiel in Cottbus - DFB-Frauen von Verletzungssorgen geplagt
Im Sommer holten die deutschen Fußballerinnen in Schweden ihren achten EM-Titel. 54 Tage später ist der Triumph schon wieder "Schnee von gestern", sagt DFB-Trainerin Neid. Am Samstag in Cottbus geht es in der WM-Quali gegen Russland bei Null los - oder vielmehr bei minus vier: Auf so viele Spielerinnen muss Neid nämlich verzichten.
Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hatte eigentlich gehofft, dass die Zeit der großen Personalsorgen vorbei sei. Doch beim Start in die WM-Qualifikation mit dem Spiel gegen Russland am Samstag in Cottbus muss Bundestrainerin Silvia Neid schon wieder vier Ausfälle beklagen.
Die Europameisterinnen Svenja Huth (FFC Frankfurt), Josephine Hennig (VfL Wolfsburg), die Potsdamerin Jennifer Cramer sowie Anja Mittag (Malmö) müssen im Stadion der Freundschaft passen.
"Es scheint so, als bliebe uns das Verletzungspech, das wir vor der EM hatten, auch jetzt treu", stellt DFB-Abwehrchefin Annike Krahn fest. "Aber wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir das gut wegstecken können."
Neid musste Spielerinnen nachnominieren
So ist das Pech der einen das Glück der anderen. Die vor der EM aussortierte Stürmerin Alexandra Popp von Triple-Sieger VfL Wolfsburg und Bayern Münchens Mittelfeldspielerin Katharina Baunach erhalten nun unverhofft eine neue Chance.
Dabei hatte Neid für das Russland-Spiel zunächst ausschließlich Spielerinnen berufen, die beim EM-Titelgewinn n Schweden dabei waren. "Es gibt keinen Grund zu sagen: Ich wechsele die eine oder andere aus. Wir wollen unsere junge Mannschaft kontinuierlich weiterentwickeln, nicht nur in den Vereinen, auch international. Denn wir wollen einen gute WM spielen."

Respekt vor starker russischer Mannschaft
Die Weltmeisterschaft in Kanada 2015 - das ist das nächste große Ziel des achtmaligen Europameisters. Dort soll die Erinnerung an die schwache WM 2011 im eigenen Land endgültig gelöscht werden. Die erste Hälfte der langen Wegstrecke haben die DFB-Frauen mit dem EM-Triumph bereits mit Bravour zurückgelegt.
Neid, die 2011 nach heftiger öffentlicher Kritik kurz vor der Aufgabe gestanden hatte, schaffte es, ein neues und hungriges Team mit glänzender Perspektive aufzubauen. So seltsam es klingt: Der überraschende und daher um so schönere EM-Gewinn in Schweden war nur ein Etappenziel.
"Man muss der Mannschaft klarmachen, dass der EM-Titel Schnee von gestern ist. Dass wir jetzt schon wieder nach vorne schauen müssen", betont die Fußball-Lehrerin. Mit Russland wartet nun der erste Prüfstein in der WM-Quali. "Das ist der schwerste Gegner in unserer Gruppe. Da müssen wir sehr konzentriert zur Sache gehen", warnt Neid.
Mannschaft will unbedingt Auftaktsieg
Weitere Konkurrenten sind Slowenien, Kroatien, die Slowakei und Irland. Da nur die jeweiligen Gruppensieger der bis September 2014 dauernden UEFA-Qualifikation das WM-Ticket direkt lösen, wäre ein Auftakterfolg gegen das Team von Trainer Sergej Lawrentiew schon viel wert.
Krahn: "Wir wollen unbedingt mit drei Punkten starten und am liebsten alle zehn Qualifikationsspiele gewinnen. Da darf es keine Rolle spielen, dass wir gegen den besten Gegner starten."


